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Dienstag, 04. September 2018 Drucken

Mietrecht

Mietrecht

Wann das Fahrrad in die Wohnung darf

Wohin mit dem Rad?

Auf dem Bürgersteig müssen Mieter ihr Rad nicht anschließen. Zur Nutzung von Fahrradständern im Innenhof können sie aber verpflichtet werden. Foto: Christin Klose

Das Fahrrad jeden Abend mit in die Wohnung zu tragen ist für viele Mieter mittlerweile selbstverständlich. Der Vermieter darf dies aber unter bestimmten Umständen verbieten.

Berlin (dpa/tmn) - Aus Angst vor Diebstahl nehmen manche Fahrradbesitzer ihr Gefährt in die Wohnung und stellen es dort ab. Das aber kann der Vermieter in Hausordnung oder Mietvertrag untersagen, wenn er geeignete Abstellmöglichkeiten bietet, so der Berliner Mietrechtler Kai-Peter Breiholdt.

Ein Fahrradkeller oder auch Fahrradständer im Innenhof können dazu zählen. Beim Tragen in die Wohnung wiederum könnte das Treppenhaus beschädigt werden, was natürlich nicht im Interesse des Vermieters ist.

Wo Räder stehen dürfen, werde aber nicht immer mietvertraglich geregelt, sagt Breiholdt. Mangels Platz im Haus müssen sie aber seiner Einschätzung nach nicht auf dem Bürgersteig bleiben. «Die Gefahr, dass ein Fahrrad dort geklaut wird, ist zu hoch.» In solch einem Fall dürften Mieter ihr Rad in die Wohnung mitnehmen, so Breiholdt.

Etwas anders sieht es aus, wenn es zwar keine allgemeinen Abstellmöglichkeiten gibt, der Mieter jedoch ein eigenes Kellerabteil hat. «Aus meiner Sicht besteht kein Grund, das Rad dann nicht dort abzustellen», sagt der Rechtsanwalt.

In Einzelfällen können auch noch andere Argumente für das Hinauftragen in die Wohnung sprechen. So weist Breiholdt auf ein älteres Urteil des Amtsgerichts Münster hin, das bei einem wertvollen Rad keinen Zwang für die Fahrradkeller-Nutzung sah (Az.: 7 C 127/93).

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