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Uni & Studium

Ein noch immer beliebter Klassiker

Politikwissenschaft kann an nahezu jeder größeren Uni studiert werden – Ein Blick auf Angebote in Landau, Mainz und Kaiserslautern

Von Julia Köller

Politikwissenschaftler arbeiten nicht zwangsläufig als Politiker – etwa im Berliner Reichstag. Dennoch streben viele Studienabsolventen eine politiknahe Beschäftigung zum Beispiel bei Parteien, Verbänden und gesellschaftlichen Interessengruppen im nationalen oder internationalen Bereich an. (Foto: imago)

Wo immer Menschen sich zu einem Gemeinwesen zusammenschließen und ihrem Zusammenleben eine geregelte Form geben, wird Politik gemacht. Das Feld der Politik als Gegenstand wissenschaftlicher Analyse ist damit nahezu unendlich groß. Und so verwundert es auch nicht, dass das Studienangebot im Fach Politikwissenschaft ebenfalls enorm ist. An nahezu jeder größeren Universität kann man Politikwissenschaft als Haupt- oder Nebenfach studieren. Auch in der Region haben Studienanfänger die freie Auswahl.

267 Treffer – so viele Angebote hat im Oktober allein die Internetseite Hochschulkompass.de zum Stichwort Politikwissenschaft aufgelistet. Das Fach ist ein Klassiker und hat trotzdem offenbar nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Auch ein Blick auf die Hochschullandschaft in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigt: Politikwissenschaft – auch Politologie oder Politische Wissenschaften genannt – sind fester Bestandteil der Lehrangebote.

 

Ein Politikstudium führt den Absolventen nicht zwangsläufig in die Politik – und ist andersherum auch keine Voraussetzung, um in der Politik ein hohes Amt zu erreichen. So ist unter den bisherigen deutschen Bundeskanzlern zum Beispiel kein einziger Politologe zu finden. Der Politikwissenschaft geht es in erster Linie darum, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge zu untersuchen und einzuordnen. „Im Verlauf des Studiums wird eine analytische Denk- und Herangehensweise ausgebildet, wie sie in vielen Berufsfeldern gefordert ist“, erklärt Manuela Glaab. Die Professorin leitet die in Landau beheimatete Abteilung Politikwissenschaften am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Koblenz-Landau.

 

In Landau gibt es Politikwissenschaft als Zwei-Fach-Bachelor-Studiengang in Kombination mit einem weiteren Fach – besonders beliebt sind dabei Philosophie und Betriebspädagogik. Politikwissenschaftliche Module sind aber auch Teil der Sozial- und Kommunikationswissenschaften, die als Bachelor und Master angeboten werden. „Aktuell haben Absolventen mit sozialwissenschaftlichen Hochschulabschlüssen gute Berufsaussichten“, weiß Glaab. Dabei seien die individuellen Zielvorstellungen ganz unterschiedlich.

 

In Landau gibt es Politikwissenschaft als Zwei-Fach-Bachelor-Studiengang in Kombination mit einem weiteren Fach – besonders beliebt sind dabei Philosophie und Betriebspädagogik. Politikwissenschaftliche Module sind aber auch Teil der Sozial- und Kommunikationswissenschaften, die als Bachelor und Master angeboten werden. „Aktuell haben Absolventen mit sozialwissenschaftlichen Hochschulabschlüssen gute Berufsaussichten“, weiß Glaab. Dabei seien die individuellen Zielvorstellungen ganz unterschiedlich.

 

Gegenstand der Politikwissenschaft ist generell die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Politik auf nationaler und internationaler Ebene. Christoph Wagner, Geschäftsführer des Instituts für Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, zählt dabei sechs Kernbereiche auf: das politische System der Bundesrepublik Deutschland, Analyse und der Vergleich politischer Systeme, internationale Beziehungen, politische Theorie, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Methoden der empirischen Politikforschung.

 

In Mainz haben sich zum Wintersemester 220 Studienanfänger für Politikwissenschaft als Bachelor-Kern- oder Beifach oder aber für den Lehramtsstudiengang Sozialkunde entschieden. „Das Interesse ist unverändert sehr groß“, sagt Wagner, der auch das Studienbüro leitet. Deshalb gilt für das erste Semester auch ein interner Numerus clausus, der aktuell bei 2,4 (Kernfach) beziehungsweise 2,7 (Beifach) liegt. Außer dem politischen Interesse sollten die Studierenden dem Experten zufolge einige Grundvoraussetzungen mitbringen, wenn sie sich für Politikwissenschaften entscheiden. Ganz wichtig sei etwa die Zeitungslektüre. „Diese sollte über die Rubriken ,Panorama’ und ,Sport’ hinausgehen“, so Wagner. Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten gehöre ebenso dazu wie ausreichende Englischkenntnisse. „Und ganz ohne Mathe geht es nicht“, fügt er hinzu. Denn Statistik-Veranstaltungen seien Teil des Pflichtprogramms. Das gilt wohl in besonderem Maße für den Master „Empirische Demokratieforschung“, den die Absolventen in Mainz unter anderem an den Bachelor anschließen können.

In Mainz wie auch in Landau gehören Praktika zum Politikstudium dazu. Angesichts des breiten Berufsfelds, das sich für Absolventen bietet, können die Studierenden schon mit der Wahl des Praktikumsplatzes eigene Schwerpunkte setzen. Vom Journalismus und der Öffentlichkeitsarbeit über Meinungsforschung, Organisationen, Verwaltung, Parteien und Verbänden, Wissenschaft bis hin zur Privatwirtschaft reicht die Palette der möglichen Einsatzgebiete. Um einen geeigneten Praktikumsplatz müssen sich die Studierenden aber in der Regel selbst kümmern. „Darüber hinaus gibt es eine Praktikumsberatung mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen“, ergänzt Manuela Glaab für den Campus Landau.

Politikwissenschaft sowie Studienfächer mit einem hohen politikwissenschaftlichen Anteil sind aber auch für angehende Lehrer interessant. So bietet unter anderem die Technische Universität Kaiserslautern Politikwissenschaften im lehramtsbezogenen Studiengang Sozialkunde an. „Neben Einführungen und soziologischen sowie ökonomischen Anteilen werden die Grunddisziplinen der Politikwissenschaft abgebildet: Innenpolitik, Vergleichende Regierungslehre, Politische Theorie sowie Internationale Beziehungen“, erklärt der Geschäftsführer des Fachbereichs Sozialwissenschaften Matthias Heyck. Hinzu kommen fachdidaktische Inhalte.

Wer als Lehrer arbeiten möchte, muss noch den Master of Education anschließen. „Nur ein Masterabschluss ist äquivalent mit einem Ersten Staatsexamen, welches dann die Möglichkeit eröffnet, sich für einen Referendariatsplatz zu bewerben“, betont Heyck. Aber auch der Besuch anderer nicht-lehramtsbezogener Master-Studiengänge sei prinzipiell möglich.

Der angestrebte Abschluss kann ein Kriterium sein, das die Entscheidung für einen Studienort erleichtert. Ein genauer Blick auf die Internetseiten der Institute, auf denen diese ihre jeweiligen Schwerpunkte beschreiben, empfiehlt sich. Außer Landau, Mainz und Kaiserslautern bieten in der Region auch Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe Politikwissenschaft an. Die Studieninteressierten haben die Qual der Wahl.

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