Klimawandel Wissenschaftler fordern Schutz für Korallenriffe

Ein gesundes Korallenriff vor den Bermudas, aufgenommen im Jahr 2013.
Ein gesundes Korallenriff vor den Bermudas, aufgenommen im Jahr 2013.

Bremen. Wissenschaftler fordern in einem dringenden Appell globale und verpflichtende Maßnahmen auf politischer Ebene, um Korallenriffe zu schützen und wiederherzustellen.

Das kommende Jahrzehnt sei die letzte Chance, einen weltweiten Kollaps der Korallenriffe zu verhindern, heißt es in einem Strategiepapier, das am Dienstag auf dem 14. Internationalen Korallenriff-Symposium ICRS vorgestellt wurde. Die Konferenz mit rund 1200 Fachleuten wird von der Universität Bremen digital organisiert.

Das von der Internationalen Korallenriff-Gesellschaft (International Coral Reef Society) entwickelte Strategiepapier empfiehlt drei Maßnahmen zur Rettung der Riffe: die Bekämpfung des Klimawandels, die Verbesserung der lokalen Bedingungen und die aktive Wiederaufforstung von Korallenriffen. „Die Modellprojektionen zeigen, dass bis zu 30 Prozent der Korallenriffe in diesem Jahrhundert überleben werden, wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen“, sagte die US-amerikanische Geowissenschaftlerin Andréa Grottoli, Präsidentin der Korallenriff-Gesellschaft und Mitautorin des Papiers.

Hauptbedrohung ist die Korallenbleiche

Wenn jetzt damit begonnen werde, den Klimawandel zu stoppen, könnten einige Riffe überleben und sich regenerieren, hieß es. Die mit Hilfe der Strömung verteilten Korallenlarven könnten auch beschädigte Riffe anderswo wieder nachwachsen lassen. Eine Hauptbedrohung ist die Korallenbleiche. Sie führt in den meisten Fällen zu einem großflächigen Absterben der riffbildenden Korallen. Ein zentraler Auslöser für Korallenbleiche ist die globale Meereserwärmung, die direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Große Mengen an Korallenriffen gingen auch durch Überfischung, Verschmutzung und andere lokale Einflüsse verloren, betonte die Hauptautorin der Studie, die Biologin Nancy Knowlton: „Wir müssen beide Fronten gleichzeitig angehen.“

Hoffnung für Korallenriffe

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