Iran-Krieg
Weitere Eskalation: Huthis greifen in den Krieg im Nahen Osten ein
Der Krieg von USA und Israel gegen den Iran hat einen Monat nach seinem Beginn den ganzen Nahen Osten erfasst. Mit den ersten Angriffen der Huthis im Jemen auf Israel weitete sich der Krieg am Wochenende auf die Region am Roten Meer aus.
Mit dem Kriegseintritt der Huthis hat sich der Krieg auf nun 13 Länder im Nahen Osten ausgedehnt: Iran, Israel, Libanon, Syrien, Jordanien, Irak, Kuwait, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Oman und Jemen. Raketen und Drohnen gingen seit Kriegsbeginn am 28. Februar auch in der Türkei und in Zypern nieder. Der Konflikt vermischt sich zunehmend mit dem Ukraine-Krieg. Russland unterstützt Medienberichten zufolge den Iran, während die Ukraine mit arabischen Staaten kooperiert.
Raketen auf Israel
Der Raketenbeschuss der Huthis auf Israel ist nun eine neue Eskalation. Die pro-iranischen Rebellen teilten mit, sie hätten in zwei Angriffswellen mit Raketen und Drohnen auf kriegswichtige Einrichtungen in Israel gezielt. Sollten die Huthis wie schon im Gaza-Krieg die Schifffahrt im Roten Meer und damit durch den Suez-Kanal blockieren, würde das der Weltwirtschaft nach der Sperrung der Meerenge von Hormus durch den Iran einen weiteren Schlag versetzen.
Noch ist offen, ob die Huthis diesen Schritt wagen werden, denn sie würden damit Luftschläge von USA und Israel auf sich ziehen. Der Raketenbeschuss auf Israel „könnte eine symbolische Geste zur Beruhigung der eigenen Anhängerschaft gewesen sein“, sagte Abdulghani al-Iryani vom Sana’a-Zentrum für Strategische Studien in der jemenitischen Hauptstadt. Sich noch weiter in den Krieg einzumischen, wäre „Selbstmord für die Huthis“.
Bodentruppen der USA
Die Huthis sind Verbündete des Iran, aber keine Vasallen, die von Teheran jederzeit in die Schlacht geworfen werden könnten. Das iranische Regime setzt weiter vor allem auf sein eigenes Raketen- und Drohnenarsenal.
Auf Befehl von US-Präsident Donald Trump sind nun 2500 Marineinfanteristen im Nahen Osten angekommen, weitere 10.000 Soldaten könnten laut Medienberichten ebenfalls den Marschbefehl erhalten. Mögliche Aufträge für die Truppen sind die Besetzung der iranischen Öl-Insel Kharg und von Gebieten an der Straße von Hormus. Der Iran ist nach eigenen Angaben auf eine US-Bodenoffensive vorbereitet und könnte einen solchen Angriff sogar als Vorteil sehen: Verluste amerikanischer Truppen bei Kämpfen könnten den innenpolitischen Druck auf Trump erhöhen, den Krieg zu beenden.
Je länger der Krieg dauere, desto mehr näherten sich USA und Iran einem Gleichgewicht der „gegenseitigen Abschreckung“, sagt Joe Macaron, Experte für den Nahen Osten und die US-Außenpolitik: Beide Kriegsparteien wüssten, „dass weitere Vergeltungsschläge hohe Kosten nach sich ziehen“, sagte Macaron. Das sei der Grund, warum die US-Regierung in Washington und das Regime in Teheran zumindest grundsätzlich zu Verhandlungen bereit seien. Seite 3