Einwohnerzahl verdoppelt Warum in Luxemburg die Welt noch in Ordnung ist

Vom gläsernen Fahrstuhl aus fotografiert: Luxemburgs Unterstadt und im Hintergrund der Kirchberg.
Vom gläsernen Fahrstuhl aus fotografiert: Luxemburgs Unterstadt und im Hintergrund der Kirchberg.

Die Luxemburger haben Geld, und ihr Staat hat Geld. Überall im properen Land wird gepflegt, modernisiert und gebaut. Rechtspopulisten spielen da keine Rolle.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt das Großherzogtum einen steilen Aufschwung. Luxemburg ist genauso groß wie das Saarland und hatte 1950 nur ein Drittel so viele Einwohner. Inzwischen hat sich die Einwohnerzahl Luxemburgs auf 690.000 mehr als verdoppelt, während das Saarland bei einer Million verharrt.

Der Südwesten Luxemburgs gehörte wie der Norden Lothringens und das Saarland zu dem großen Kohle- und Stahlrevier, das zum frühen Motor der europäischen Einigung wurde. Wälder, Wiesen, Wingerte und Äcker bedeckten den Rest des Landes.

So nobel wohnt der Luxemburger im Alter: Das schlossartige Gebäude der Fondation Pescatore, in dem ein Seniorenheim untergebrach
So nobel wohnt der Luxemburger im Alter: Das schlossartige Gebäude der Fondation Pescatore, in dem ein Seniorenheim untergebracht ist.

Heute verdienen die Luxemburger gutes Geld in Dienstleistungsunternehmen und Behörden. Großbanken der Welt, sogar chinesische, unterhalten repräsentative Sitze in Luxemburg. Der europäische Gerichtshof, der Rechnungshof, die Investitionsbank, die Verwaltung des EU-Parlaments und weitere EU-Behörden beschäftigen in Luxemburg Tausende.

Jeder Zweite ist Ausländer

Der Bedarf an Arbeitskräften im Land ist enorm. Luxemburg deckt ihn durch Zuwanderer und Einpendler. Die Hälfte der Einwohner des Landes sind Ausländer. Das macht das Land noch einmal multikultureller, als es eh schon war. In Luxemburg mischte sich seit jeher französische und deutsche Kultur. Der Aufschwung des Landes ließ das Selbstbewusstsein und den Stolz auf ihr Lëtzebuerg wachsen.

Moselfränkischer Dialekt nun eine von drei Amtssprachen

Lëtzebuergesch, ursprünglich ein moselfränkischer, nur gesprochener Dialekt, ist seit 1984 neben Deutsch und Französisch eine der drei Amtssprachen. Für Pfälzer ist die Sprache kaum zu verstehen, wenn sie schnell gesprochen wird, für Trierer schon eher.

Blick in Richtung Befestigungsanlagen.
Blick in Richtung Befestigungsanlagen.

Auch politisch steht Luxemburg im Vergleich zu seinen Nachbarländern gut da. Während in Frankreich, Belgien und Deutschland die Rechtspopulisten an die Macht drängen, spielen sie in Luxemburg nur eine Nebenrolle. Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberale und Grüne geben im Parlament den Ton an und bilden in wechselnden Koalitionen stabile Regierungen.

Wie man in Luxemburg einen schönen Tag verbringen und dabei doppelt sparen kann: Bus und Bahn sind auch für Touristen kostenlos und das Benzin ist deutlich billiger.

Wo man in Luxemburg zwischendurch richtig gut essen gehen kann. Unsere Empfehlung: surinamesisch im Bistro von „Madame Jeanette“.

Die Trams sind neu.
Die Trams sind neu.
Das Deckengewölbe im Hauptbahnhof.
Das Deckengewölbe im Hauptbahnhof.
Los geht’s: Der Schaffner gibt per Pfiff den Zug frei für die Abfahrt.
Los geht’s: Der Schaffner gibt per Pfiff den Zug frei für die Abfahrt.
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