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Planlos in den Krieg: Trumps Iran-Strategie bleibt ein Rätsel.
Planlos in den Krieg: Trumps Iran-Strategie bleibt ein Rätsel.

US-Präsident Donald Trump kann auch eine halbe Woche nach Beginn des Kriegs gegen den Iran keine überzeugenden Kriegsziele nennen. Mal redet er vom Regimewechsel, mal nicht.

Dass der Iran eine destruktive und aggressive Macht im Nahen Osten ist, wird niemand bestreiten. Auch weint kaum jemand dem getöteten Ajatollah Ali Chamenei nach. Der 86-jährige iranische Revolutionsführer war ein kompromissloser Ideologe, der keinen Widerspruch duldete und tausende Menschen erschießen ließ, wenn er sein Regime bedroht sah.

Doch all das war schon seit Jahren so, nicht erst seit vergangener Woche. Was machte den Angriff unaufschiebbar, trotz der laufenden iranisch-amerikanischen Atomverhandlungen, die nach Aussage des Vermittlers Oman eine Chance auf Erfolg hatten? Trump gibt darauf bisher keine nachvollziehbare Antwort. Er verspricht aber, der Angriff auf den Iran werde „Frieden im ganzen Nahen Osten“ bringen.

Ein hoher Preis

Danach sieht es bisher nicht aus. Während israelische und amerikanische Kampfjets iranische Regierungseinrichtungen in Schutt und Asche legen, schießt der Iran auf die arabischen Golfstaaten und greift Produktion und Transport von Öl und Gas in der Region an. Hunderte Menschen sind tot, der Ruf der arabischen Staaten als sicherer Investitionsstandort ist erschüttert, die Weltwirtschaft könnte in eine Krise stürzen. Trumps „Frieden“ hat einen hohen Preis.

Auch haben die USA keine Vorstellung davon, wie ein Machtwechsel in Teheran funktionieren soll. Trump will es den Iranern überlassen, sich gegen ein zwar geschwächtes, aber immer noch schwer bewaffnetes und rücksichtsloses Regime zu erheben. Eine Militärdiktatur ist jedoch wahrscheinlicher als eine Blüte der Demokratie.

Grundlegender Wandel im Nahen Osten

Unabhängig davon, wie der Krieg ausgeht und ob das Regime überlebt, sind jetzt schon grundlegende Veränderungen im Nahen Osten absehbar. So wie die iranische Revolution vor 47 Jahren die Machtverhältnisse in der Region durcheinander wirbelte, wird auch Trumps Krieg die wichtige Weltgegend von der Türkei bis zum Jemen verändern.

Der Iran wird durch den Krieg militärisch, wirtschaftlich und politisch weiter geschwächt. Israels Macht ist dagegen auf einem neuen Höhepunkt. Nach der Tötung von Hamas-Chef Ismail Hanijeh und Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hat Israel nun auch Chamenei, den Anführer seines größten Feindes, aus dem Weg geräumt. Die militärische und geheimdienstliche Überlegenheit Israels ist groß.

Das Ende des amerikanischen Rückzugs

Die USA haben ihren strategischen Rückzug aus dem Nahen Osten gestoppt. Trump wollte das amerikanische Engagement in der Region herunterfahren, doch nun hat er im Gegenteil dort einen Krieg begonnen und damit einen Wunsch von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erfüllt.

Israels Einfluss auf die amerikanische Nahost-Politik war noch nie so groß wie jetzt. Das macht andere Verbündete Amerikas nervös, vor allem seit Israel im vorigen Jahr das Emirat Katar – einen der engsten Partner der USA in der Region – bombardieren konnte.

Arabische Staaten sehen sich deshalb nach anderen Beschützern um. Saudi-Arabien hat ein Verteidigungsabkommen mit der islamischen Atommacht Pakistan unterschrieben. Die Türkei denkt über eigene Atombomben nach. Trump hat mit dem Krieg eine neue Ära im Nahen Osten eingeläutet – aber nicht die, die er sich wünscht.

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