Meinung
Steuerrabatt auf Sprit: Hohe Verpuffungsgefahr
Die gute Nachricht vorweg: Sie haben sich geeinigt. Drei Seiten füllt der Konsens, den die Koalitionsspitzen von CDU, CSU und SPD am Wochenende verhandelt haben, und eine Einigung, hinter der alle geschlossen stehen können, ist in diesen Tagen ja bereits ein Wert an sich.
Das Problem: Nicht alle Einigungen sind gut. Vor allem nicht die zentrale zur Senkung der Spritkosten. Die Koalition hat da eine temporäre Senkung der Energiesteuer beschlossen. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Liter bald 17 Cent günstiger. Für alle, auch die sehr Wohlhabenden. Diese pauschalen Entlastungen klingen immer gut. Aber am Ende des Tages laufen sie Gefahr, ein sehr teurer Tropfen auf einem sehr heißen Stein zu sein. Je höher der Preis, desto weniger wahrnehmbar wird der 17-Cent-Steuerrabatt. Und umso höher ist die Enttäuschung.
Sprit ist ein knappes Gut – und bleibt es
Die Wahrheit ist: Diesel und Benzin werden auf absehbare Zeit nicht billiger. Dafür können wir uns bei Donald Trump bedanken. Solange die Straße von Hormus blockiert ist, werden die Preise steigen. Eine Rückkehr zum Vor-Kriegs-Niveau in den kommenden Monaten ist extrem unwahrscheinlich.
Sprit ist ein knappes Gut und er wird auf absehbare Zeit ein knappes Gut bleiben. In solchen Zeiten sollte man die Leute dazu animieren, sorgsam mit dieser Ressource umzugehen, also weniger Auto zu fahren. Eine pauschale Preissenkung tut das Gegenteil.