Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Selbstsicherheitskurs mit Markus Söder

Markus Söder (links) mit CDU-Direktkandidat Christian Baldauf im Frankenthaler Festzelt.
Markus Söder (links) mit CDU-Direktkandidat Christian Baldauf im Frankenthaler Festzelt.

Selten taucht Markus Söder im Landtagswahlkampf auf. Für seinen „langjährigen Freund“ Christian Baldauf ist er nach Frankenthal gereist – und sorgt für Stimmung im Festzelt.

Festzelt, zünftiges Essen, Bayerischer Defiliermarsch zur Begrüßung: Eine heimeligere Atmosphäre hätte der Frankenthaler CDU-Landtagsabgeordnete Christian Baldauf seinem „langjährigen Freund“, wie er Markus Söder nennt, nicht bereiten können. Der CSU-Chef dankt es ihm am Donnerstagabend mit viel Eigenlob – und Neckerei.

Eigentlich sei er sehr selbstkritisch, berichtet Markus Söder auf der Bühne des Frankenthaler Festzelts. Aber: „Wenn einen so mancher Journalist net lobt, muss man es eben selber machen.“ Bayerns Ministerpräsident bezieht sich auf die Kommunalwahl in seinem Bundesland vergangenen Sonntag. Söders CSU ist zwar als klare Gewinnerin hervorgegangen. Seine Partei hat aber im Vergleich zur vorigen Kommunalwahl 1,5 Prozentpunkte verloren und hat das schwächste Ergebnis seit 74 Jahren eingefahren. Gemein, wer auf ein solches Detail hinweist.

Bayern als Vorbild

An Söders Ego nagt das augenscheinlich nicht. Er hat gute Laune ins Festzelt mitgebracht, in das er zur Wahlkampfunterstützung von Baldauf gekommen ist. Seine Botschaft: Rheinland-Pfalz muss einfach nachmachen, was Bayern tut: wirtschaftsstark, Bildungsprimus, hartes Durchgreifen der Polizei. In Söders Worten: „Wer nach Bayern kommt und Ärger macht, wird erwischt und schneller verknackt.“ Baldauf stimmt zu: „Das ist schon ein großes Vorbild, das die Bayern zeigen.“

Söder hat nicht nur viel Lob für das Bundesland mitgebracht, das er seit 2018 regiert, sondern auch für sich selbst. Wäre er 2021 Unionskanzlerkandidat gewesen, hätte er gute Chancen gehabt zu gewinnen, sagt er etwa. Gefragt nach seiner größten Stärke sagt der Star-Trek-Fan Söder frei nach Captain Kirk: „Mutig nach vorne zu stürmen, wo selbst Engel furchtsam weichen.“

Söder über die Pfalz: „Euch würde ich gerne nehmen, jederzeit.“

Eine solche Selbstsicherheit kann die CDU in den letzten zehn Tagen vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz gut gebrauchen. Seine Botschaft, für die er an diesem Abend engagiert worden sei: „Ihn wählen“, sagt Söder, grinst und zeigt auf Baldauf.

Über CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder spricht er nicht. Das Verhältnis zwischen Söder und Schnieder lässt sich wohl am besten als freundlich-pragmatisch bezeichnen. Das mag auch am Mentalitätsunterschied der beiden Männer liegen. Italien liegt näher an Bayern als die Eifel, Schnieders Heimat. Dass sich Söder derweil in der Pfalz wohlfühlt – daran lässt er keinen Zweifel. „Euch würde ich gerne nehmen, jederzeit.“

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