Glosse RHEINPFALZ Plus Artikel Schimpftiraden vor dem Trinken – Capri-Sonne und die Röhrchen-Frage

Ansichts- und Geschmackssache: Trinkhalme aus verschiedenen Materialien.
Ansichts- und Geschmackssache: Trinkhalme aus verschiedenen Materialien.

Der aus der Region Heidelberg stammende Getränke-Anbieter Capri-Sun möchte von Papier- wieder auf Plastikröhrchen umstellen. Bringt es das wirklich?

Lange vor dem versprochenen Trinkgenuss in klassischen Geschmacksrichtungen wie Kirsche oder Cola respektive modernen Varianten wie Mystic Dragon oder Monster Alarm steht eines schon so gut wie fest: Die Finger bleiben eher nicht sauber. Es könnte eine klebrige Angelegenheit werden.

Bei Capri-Sun, früher etwas weniger international Capri-Sonne genannt, denken viele zuerst an ihre mehr oder weniger erfolgreichen Versuche aus Kindheitstagen, den arg dünnen Strohhalm in die dafür vorgesehene Stelle zu bugsieren. Wenn das perfekt klappt, lässt sich sauber und bequem trinken. Ohne dass Hände und Kleidung nass und mit Fruchtsaft getränkt werden. Oft aber ist das so eine Sache mit dem Hälmchen.

Ein falscher Stich – und alles klebt

Manchmal kommt das Röhrchen gar auf der anderen Seite der Packung wieder heraus. Das war schon früher so, als der Trinkhalm des 1969 von Firmengründer Rudolf Wild von Eppelheim bei Heidelberg aus auf den Markt gebrachten süßen Getränks im Standbodenbeutel ein Plastikröhrchen war. Seitdem der Halm aus Papier ist, weil der aus Einwegplastik in der EU verboten ist, ist der Weg zum Trinkgenuss noch schwieriger geworden: Capri-Sun-Kunden klagen über Halme, die beim Einstechen in den Saftbeutel, der neuerdings aus dem Kunststoff Polypropylen besteht, geknickt oder gequetscht werden. Dann werden oft auch die Finger schön klebrig.

Eine Online-Petition verlief im Sande. Dennoch will das Unternehmen mit Verwaltung in der Schweiz die Einwegplastikröhrchen wieder einführen – zunächst eben in der Schweiz, wo die Regeln der EU nicht greifen. Und dann per Ersuchen um eine Ausnahmeregelung auch in der EU. Aber ganz unabhängig von Capri-Sun: Was ist die umwelt- und zugleich genießerfreundlichste Trinkhalm-Variante? Natürlich gibt es, wie zu allem, auch dazu Internetforen. Dort wird heftig diskutiert.

Wozu braucht es überhaupt Trinkhalme?

Manche Nutzer schwingen die große verbale Keule: Wozu braucht man überhaupt Trinkhalme? Das Nachhaltigste ist doch das, was gar nicht erst produziert wird – danach kommt Wiederverwendbares. Über Papierhalme wird viel gelästert: Sie hielten nichts aus und veränderten den Geschmack des Getränks.

Einige schwören auf Edelstahl- oder jedoch nicht immer bruchfeste Glasstrohhalme. Oder auf Bambus. Auch Röhrchennudeln, etwa Maccaroni, verwenden manche als Trinkhalm. Geschmackssache. Wie Capri-Sun generell oder die mittlerweile weltweit über 40 Sorten des Safts.

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