Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Organspende: Zu viele Hürden

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Eine Widerspruchslösung wäre ein erster Schritt, Barrieren zur Organspende abzubauen. Die alleinige Lösung ist sie allerdings nicht.

85 Prozent der Bevölkerung stehen Organspende laut einer repräsentativen Befragung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit positiv gegenüber. Ein deutlich geringerer Teil, 62 Prozent, hat demnach tatsächlich eine Entscheidung getroffen. Und ein noch geringerer Teil, 45 Prozent, hat seine Entscheidung für die Organspende schriftlich festgehalten.

Das zeigt, dass es Hürden gibt, die verhindern, dass Menschen ihre Entscheidung in einem Organspenderausweis oder einer Patientenverfügung niederschreiben. Das führt wiederum dazu, dass zu wenig Spenderorgane verfügbar sind – oder dass die Hinterbliebenen einer hirntoten Person die Entscheidung für sie treffen müssen.

Eine Widerspruchsregelung würde diese Hürden für die Zustimmung aufheben. Sie könnte auch ein Denkanstoß für die Minderheit sein, die sich mit dem Thema Organspende noch nicht befasst hat. Dabei bleibt es weiterhin das gute Recht eines jeden, sich dagegen zu entscheiden. Nur müssten dann eben diejenigen, die Organspende ablehnt, aktiv werden, um ihre Ablehnung aufzuschreiben.

Eine Widerspruchsregelung funktioniert allerdings nicht ohne Aufklärung. Die Bevölkerung muss stärker über Organspende informiert werden und es müssen Ängste und Unsicherheiten ausgeräumt werden. Nur so kann jeder für sich eine Entscheidung dafür oder dagegen treffen.

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