Meinung Kubicki als FDP-Chef? Wie realitätsfern ist das bitte!

Liebäugelt mit einer Kandidatur für den FDP-Chefposten: Wolfgang Kubicki.
Liebäugelt mit einer Kandidatur für den FDP-Chefposten: Wolfgang Kubicki.

Wolfgang Kubicki hat mit seinem Agieren das Debakel der FDP mit verantwortet. Doch statt das anzuerkennen, strebt er nach mehr.

Wer in der Spitzenpolitik nach Ämtern strebt, muss etwas aushalten können. Im demokratischen Wettstreit hält nur durch, wer sich nicht gleich vom ersten Windstoß umblasen lässt. Hybris schadet dem eigenen Vorankommen im politischen Berlin nicht unbedingt.

Wolfgang Kubicki hält einiges aus, hat den Windbreaker immer dabei. Hybris ist ihm nicht fremd. Sein Liebäugeln mit einer Kandidatur für den FDP-Chefposten ist allerdings weder mutig noch tollkühn, sondern arrogant, von Realitätsverweigerung zeugend und der liberalen Sache in Deutschland nicht dienlich.

Lindner hat die richtigen Schlüsse gezogen

Sein angekündigter Rückzug vom Sonntag war die richtige, die angemessene Reaktion auf das desaströse Bild der FDP, an dem auch er in den vergangenen Monaten kräftig mitgepinselt hat. Die Scharfmacher in der Partei nutzten den 72-Jährigen als lose Kanone. Kein schriller Auftritt, kein allzu populistischer Ton war ihm zu plump, um Christian Lindner zur Seite zu springen. Mit seiner möglichen Kandidatur für dessen Nachfolge insinuiert Kubicki, die aus seiner Sicht zu „weichen“ und zu „linken“ Parteifreunde seien schuld am Niedergang der FDP.

Dabei sind es Kubicki und Lindner gewesen, die die Liberalen weit entfernt haben von ihrem Kern: von einer konsequenten und dringend benötigten Politik für die Selbstbestimmung des Individuums, Staatsferne und Innovationskraft. Lindner hat aus dem Debakel die richtigen Schlüsse gezogen. Kubicki nicht.

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