Leo XIV.
Kostenstreit um Papstbesuche: Spaniens Bischöfe werben um Großspender
Gut zwei Monate vor der Spanienreise von Papst Leo XIV. laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Vom 6. bis 12. Juni wird das katholische Kirchenoberhaupt Madrid, Barcelona und die Kanaren besuchen. Es ist seine erste große Reise in ein großes EU-Land – sie steht unter dem Motto „Hebt den Blick“.
Doch bevor der Papst anreist, rückt ein brisantes Thema in den Mittelpunkt: das Geld. Denn Papstbesuche sorgen seit Jahren nicht nur für religiöse Begeisterung, sondern auch für Streit über Kosten, Prunk und die Frage, wer am Ende dafür bezahlt. Genau deshalb versucht die katholische Kirche in Spanien diesmal, die Finanzierung des Großereignisses von Anfang an anders aufzuziehen. Die spanische Bischofskonferenz setzt demonstrativ auf ein privat getragenes Modell – mit Spenden der Gläubigen und Sponsorengeldern von Firmen. Damit will die Kirche ihren Kritikern von vornherein den Wind aus den Segeln nehmen. In der Vergangenheit waren gerade die Millionenbeträge für Papstreisen und kirchliche Weltjugendtage immer wieder Zielscheibe von Protesten.
Beim kommenden Papstbesuch, der Schätzungen zufolge mehr als 15 Millionen Euro kosten wird, setzt die Kirche auf drei Finanzierungssäulen: Spenden der Gläubigen, Sponsorengelder von Unternehmen und private Sachleistungen. In den Pfarreien wird bereits gesammelt, auf einer eigens eingerichteten Internetseite können Privatleute spenden, und Firmen sind eingeladen, entweder Geld oder konkrete Leistungen beizusteuern – etwa in Sachen Unterbringung, Transport, Technik, Bildschirmen, Absperrungen, Beschilderung oder anderer logistischer Hilfe.
Besonders delikat ist dabei die gestaffelte Sponsorentabelle, mit der die spanischen Bischöfe um Großspender werben, die mit Gegenleistungen gelockt werden. Diese Tabelle reicht von 1000 Euro bis zu einer Million Euro. Ganz oben steht der „große Gönner“ mit Beiträgen zwischen 500.000 und 1.000.000 Euro. Dafür winken reservierte Plätze bei den Papst-Events, die Platzierung des Firmenlogos auf offiziellen Internetseiten und in Publikationen – und vor allem eine persönliche Begegnung mit dem Papst. „Ein Händedruck des Papstes kostet 500.000 Euro“, titelten spanische Medien.
Am unteren Ende der Gönner-Liste stehen schließlich „Freunde“, die bei Spenden ab 1000 Euro mit einem Zertifikat belohnt werden.