Klimawandel In Lissabon geht es um die Zukunft der Meere

Es gibt wohl keinen Strand mehr, an dem nicht irgendein Plastikteil liegt.
Es gibt wohl keinen Strand mehr, an dem nicht irgendein Plastikteil liegt.

In Portugal treffen sich Politiker, Forscher, Aktivisten und Stars zur Ozeankonferenz der Vereinten Nationen. Es geht um nicht weniger als um die Rettung der Weltmeere.

„Leute, wir brauchen Veränderung!“, rief Hollywoodstar Jason Momoa aus Hawaii ins Publikum. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), António Guterres, sprach von einem „Notstand“. Die zweite UN-Ozeankonferenz begann am Montag in der portugiesischen Hauptstadt mit emotionalen Appellen und eindringlichen Forderungen zur Rettung der Weltmeere. Denn diese sind bedroht durch eine fortschreitende Vermüllung, Überfischung, durch den Klimawandel und die damit einhergehende Versauerung des Wassers.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) fliegt erst am Mittwochabend nach Portugal. Worum es dort in erster Linie geht, machte sie aber bereits am Montag in einer Ministeriumsmitteilung zur fünftägigen Tagung klar: Gesunde Meere seien „für uns Menschen überlebenswichtig“. „Deshalb müssen wir vom Reden ins Handeln kommen.“

Meere bilden Lebensgrundlage

Knapp 30 Staats- und Regierungschefs, weitere Politiker sowie Wissenschaftler, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen werden bis Freitag darüber diskutieren, wie die Ressourcen der Weltmeere besser geschützt und möglichst nachhaltig genutzt werden können. „Wenn wir das Zerstören der Meere nicht beenden, gefährden wir nicht nur wunderbare Naturschätze, sondern auch unsere eigenen Lebensgrundlagen“, sagte Lemke. Die Bundesumweltministerin betonte, dass Deutschland zur Stärkung des Schutzes der Meere eine nationale Strategie erarbeite. Noch in diesem Sommer werde der erste Meeresbeauftragte der Bundesregierung seine Arbeit aufnehmen.

Nationale Initiativen sowie die Fortschritte der vergangenen Jahre beim Meeresschutz seien bei Weitem nicht genug, warnte Guterres derweil in Lissabon. Er rief zu weltweiten Anstrengungen auf und forderte „drastische Maßnahmen“ vor allem zur Bekämpfung der Verschmutzung mit Kunststoffen. Die größte Plastikinsel im Pazifik sei bereits so groß wie Frankreich.

Es geht auch um Tiefseebergbau

Heike Vesper, Leiterin Meeresschutz bei der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland, sagte, die Konferenz müsse vor allem bei den laufenden Verhandlungen zu Abkommen über den Schutz der Hohen See und der Unterschutzstellung von 30 Prozent der Meeresfläche bis 2030 Fortschritte bringen. Auch sei ein Moratorium für den Tiefseebergbau notwendig. In der Tiefsee wird der Abbau von Manganerz zunehmend interessant.

Nach der ersten Tagung 2017 in New York findet die zweite Ozeankonferenz wegen Corona mit zweijähriger Verspätung statt. Ungeachtet des russischen Angriffskriegs haben sich zudem sowohl Vertreter Russlands als auch der Ukraine angesagt.

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen 80 Prozent des Lebens auf der Erde. Für Milliarden Menschen sind sie Arbeits- und Ernährungsgrundlage. Die Ozeane sind außerdem ein entscheidender Bestandteil des globalen Klimasystems.

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