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Höne gegen Kubicki: Wer rettet die FDP?
Immerhin schnell ging es: 45 Minuten vor dem geplanten Ende war das „Kandidaten-Hearing“, der vorläufige Höhepunkt im Wettbewerb um den FDP-Vorsitz, bereits vorbei. Das Fazit der Moderatorin: „Ich kann mir vorstellen, dass sie darüber nicht zu traurig sind.“ Und ja: Auch als Beobachter war man am Ende ein bisschen froh, als es vorbei war.
Nach dem Rückzug von Noch-Parteichef Christian Dürr bewerben sich zwei Männer um den Vorsitz der Partei: FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki und NRW-Landeschef Henning Höne. Ende Mai wird auf einem Parteitag gewählt, am Sonntag haben sie sich offiziell der Partei vorgestellt.
Zwei sehr unterschiedliche Typen
Das Publikum hat zwei sehr unterschiedliche Typen erlebt. Neben dem 74-jährigen Kubicki sieht der 39-jährige Höne aus, als hätte er gerade erst Abitur gemacht. Aber auch inhaltlich scheinen deutliche Differenzen auf. Kubicki bietet sich als jemand an, der die Partei mit klarer Kante wieder sichtbar macht. Einer, der die Probleme der Menschen artikuliert. „Ich bin ein Mensch, dem andere zuhören. Das ist mein Angebot an die Partei“, sagt er.
Kubickis Analyse: Wenn die FDP es nicht schafft, innerhalb eines Jahres wieder Wahlen zu gewinnen, dann könnte es das gewesen sein. „Wir brauchen schnell wieder Erfolg.“ Die Themen, die Kubicki ins Feld führt: Er ist gegen Vollverschleierung und Einbürgerungen von Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen, die Meinungsfreiheit sieht er gefährdet. „Wir wenden uns an die Vernunftbegabten“, sagt er. Er wendet sich mit seiner Rhetorik an die Wütenden, an die Politikverdrossenen in diesem Land.
Ordnung in chaotische Zeiten
Höne argumentiert anders. Er sieht die Hauptaufgabe nicht in der inhaltlichen Neuausrichtung der Partei. „Ich sehe die Partei vor allem in einer Vertrauenskrise“, sagte Höne. „Und wenn es um neues Vertrauen geht und nicht die Neuerfindung des Liberalismus, dann braucht es neue Köpfe.“
Dieses Vertrauen ist in Hönes Perspektive verloren gegangen auch durch eine Politik, die Kubicki vertreten hat. Er habe sich natürlich oft selbstkritisch gefragt, ob er als NRW-Landeschef deutlicher hätte eingreifen müssen, als dieses Vertrauen in der Ampelzeit verloren ging, sagt er.
Höne wendet sich an die Menschen, die schon mal FDP gewählt, sich aber mit der Partei entfremdet haben. Er spricht sich auch für Fracking in Deutschland aus, vertritt ein liberaleres Migrationsbild, will nicht nur zuspitzen, sondern mit liberalen Lösungsvorschlägen „Ordnung in diesen chaotischen Zeiten“ bringen.
So unterschiedlich die Kandidaten auch sein mögen: Aufbruchsstimmung verbreiten beide nicht. Zum Hearing sind gerade mal 40 Liberale nach Berlin gekommen – die Kandidaten bereits eingerechnet.
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