Meinung Geheime Corona-Infos bringen Politik in Erklärungsnot

18. März 2020: Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Fernsehansprache zum Coronavirus.
18. März 2020: Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Fernsehansprache zum Coronavirus.

Die Geheimhaltung der BND-Informationen über den Corona-Ursprung erschüttert das Vertrauen in die Krisen-Kommunikation während der Pandemie.

Die jüngsten Enthüllungen über die Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) zum Ursprung des Coronavirus sind eine politische Bombe. Der BND geht offenbar mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 bis 95 Prozent davon aus, dass das Virus aus einem chinesischen Labor stammt. Und: Diese Einschätzung hat der BND wohl schon im Jahr 2020 getroffen, sie wurde aber unter Verschluss gehalten. Während Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel den Vorwurf der Vertuschung zurückweist, bleibt die Frage, warum die BND-Erkenntnisse nicht öffentlich gemacht wurden.

Wenn die Berichte über die BND-Einschätzung zutreffen, ist das zwar noch kein Beweis für einen Labor-Unfall, aber immerhin ein starkes Indiz. Wie konnten Merkel und ihr Nachfolger im Bundeskanzleramt, Olaf Scholz, mit diesem Wissen jahrelang mitansehen, wie Anhänger der Laborthese kritisiert und verächtlich gemacht wurden?

Das Zurückhalten dieser brisanten Information durch das Kanzleramt lässt vermuten, dass die Labortheorie als politisch heikel betrachtet wurde. Man wollte China nicht verärgern. Klar ist auch: Eine frühe Veröffentlichung des BND-Befunds über den Virus-Ursprung hätte wohl keinen Einfluss auf die Corona-Maßnahmen in Deutschland gehabt. Aber: Gerade diese historisch beispiellosen Eingriffe in die Grundfreiheiten der Bürger hätten die Offenlegung und totale Transparenz zwingend nötig gemacht.

Mehr zum Thema: BND führt Corona-Pandemie auf Laborunfall in China zurück

x