Ramstein / Ludwigshafen Drohnenflüge über Air Base und BASF – was bisher bekannt ist
„Größer als die üblichen kommerziellen Hobby-Drohnen“ – so beschreibt das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) jene Fluggeräte, die in den zurückliegenden Tagen unter anderem über der Air Base Ramstein (Kreis Kaiserslautern), dem Werk des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen und andernorts in Deutschland über sensiblen Industrieanlagen – darunter das Rüstungsunternehmen Rheinmetall und ein Flüssiggasterminal – gesichtet wurden. Laut WDR und NDR sind bislang keine Verantwortlichen für die Drohnenflüge ermittelt worden.
Trotz des Einsatzes von Abwehrtechnik der Bundeswehr sei es nicht gelungen, eins der ferngesteuerten Fluggeräte zum Absturz zu bringen. Die Ermittler vermuten laut den ARD-Sendern, dass es sich bei einigen Drohnen, die in Brunsbüttel über Wochen immer wieder gesichtet worden sind, um militärische Aufklärungsdrohnen aus Russland handeln könnte. Diese könnten von russischen Schiffen in der Nord- oder Ostsee gestartet worden sein, die möglicherweise zu einer Spezialeinheit der russischen Marine für Spionage gehörten, hieß es.
LKA: Keine konkrete Gefahr
Über dem Stützpunkt der US-Air Force im westpfälzischen Ramstein sollen Drohnen dem „Spiegel“ zufolge am 3. und 4. Dezember unterwegs gewesen sein. Das berichtet das Magazin unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht deutscher Sicherheitsbehörden. Nach RHEINPFALZ-Informationen sollen die Flugaktivitäten auch in den Tagen danach weitergegangen sein. Diesen Angaben zufolge nehmen sowohl das US-Militär als auch deutsche Behörden die Vorgänge „sehr ernst“. Als direkte Bedrohung werde das Phänomen aber nicht eingeschätzt. Die offizielle Stellungnahme des LKA: „Nach derzeitiger Gefährdungseinschätzung (...) wird nicht von einer konkreten Gefahr für die betroffenen Einrichtungen ausgegangen.“
In Sicherheitskreisen gibt es nach Recherchen dieser Zeitung Verwunderung darüber, dass die Flüge über der Air Base „offensichtlich nicht in den Griff zu bekommen“ sind. Man sei davon ausgegangen, die Amerikaner verfügten über Mittel, solche Drohnen „vom Himmel zu holen“. Auch über dem Stützpunkt seien Flügeldrohnen, also größere Fluggeräte, gesichtet worden, hieß es.
Die BASF hat am Freitag die Flugaktivitäten über ihrem Werksgelände auf Anfrage nicht bestätigt. Zu sicherheitsrelevanten Themen äußere sich das Unternehmen generell nicht, teilte ein Sprecher mit. Unabhängig von einzelnen Ereignissen sei man mit den zuständigen Behörden in ständiger Abstimmung.
Ein Ermittlungsverfahren wegen der verdächtigen Sichtungen laufe bereits seit Ende November, erklärte ein Sprecher des Landeskriminalamts. Die Ermittler befänden sich dabei „in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden des Landes und des Bundes“.