Politik Digitalisierung: Wie sie unser Leben verändert
Die Digitalisierung revolutioniert unser Leben. Sie verändert, wie wir arbeiten, wie wir wohnen, wie wir fit bleiben, wie wir gesund werden, wie wir kommunizieren, wie wir uns informieren, wie wir verreisen und vieles mehr. Kaum eine Erfindung in der Menschheitsgeschichte hat derart gravierende Auswirkungen auf das Leben der Menschen wie das Internet: gewünschte wie gefürchtete.
Was Angela Merkel vor nicht allzu langer Zeit noch als „Neuland“ bezeichnet hat, ist längst Taktgeber und Alltagsbegleiter für die Menschen in aller Welt, auch bei uns in der Pfalz. Winzer nutzen Drohnen, um den Weinberg zu vermessen. Chirurgen setzen zur Herz-OP Brillen auf, die ihnen Daten über den Patienten vors Auge führen. Chemiker lassen die KI mitdenken, um Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden.
Digitalisierung demokratisieren
Die weitgehende Digitalisierung des Lebens können wir schlimm oder gut, die Geschwindigkeit des Fortschritts beängstigend oder euphorisierend finden: Aufhalten können wir die digitale Revolution nicht. Höchste Zeit also, aus Herrschaftswissen Allgemeinwissen abzuleiten, Digitalisierung zu demokratisieren. Wer Menschen mit Berührungsängsten nicht an die Hand nimmt, entfremdet einen Teil der Bevölkerung von der Zukunft. Das kann sich ein Land wie Deutschland angesichts der massiven Umbrüche auf der Welt nicht leisten. Wohlstand und Wohlergehen von Gesellschaften hängen längst direkt oder indirekt davon ab, wie souverän deren Umgang mit den vielfältigen Instrumenten der Digitalisierung ist.
Das Dilemma beginnt in Deutschland mitunter schon in der Schule. Während KI, Cyber Mobbing oder TikTok den Alltag der Schülerinnen und Schüler prägen, sieht der Lehrplan diese Themen bestenfalls als optional an. Wer aber junge Menschen auf ein Leben außerhalb des Klassenraums vorbereiten möchte, der sollte schon genauer wissen und vermitteln, was den Heranwachsenden da draußen unweigerlich begegnet. Handelnde können es fatal finden, dass Jugendliche Künstliche Intelligenz nutzen, um Lösungen zu suchen – verhindern können sie es kaum. Umso wichtiger wäre es, das Aneignen von Wissen in den Mittelpunkt zu stellen, die Lust am Schlauwerden zu wecken.
Datenschutz ein hohes Gut
Im Land der Dichter, Denker und Datenschützer verlaufen zu viele Diskussionen über Chancen und Risiken der Digitalisierung zu oft zu polemisierend. Etwa auch, wenn es um Duschkabinen geht, die den Duschenden beim Duschvorgang scannen und Krankheiten im Frühstadium erkennen können. Was ist in dem Fall mehr wert: das möglicherweise rechtzeitige Wissen um Erkrankungen oder die Exklusivität an sensiblen Gesundheitsdaten? Diese Frage ist absolut berechtigt – aber sie sollte den Anfang und nicht das Ende einer Diskussion bilden.
Datenschutz ist in Deutschland ein hohes Gut. Er bewahrt uns vor manchem Übel, das im Internet droht. Doch er blockiert auch an der einen oder anderen Stelle Fortschritt. Gerade im Gesundheitsbereich müssen wir sehr genau hinschauen, abwägen, Sorgen ernst nehmen, Regeln definieren – aber auch Chancen nutzen. Wir müssen Wissen aneignen und souverän diskutieren.
Spaltungsthema Nummer eins?
Die Digitalisierung ist prädestiniert dafür, die Integrität von Gesellschaften herauszufordern. Der Fortschritt droht zum Spaltungsthema Nummer eins zu werden. Dabei ist es wie überall: Pauschalisierung ist fehl am Platze. Wer kritische Fragen stellt, muss kein Ewiggestriger sein. Wer sich von technologischen Entwicklungen berauschen lässt, ist nicht gleich ein Verblendeter. Wie bei so vielem im Leben geht es darum, auf das Gegenüber einzugehen und erst mal zumindest in Betracht zu ziehen, dass der andere einen Punkt haben könnte.
Die RHEINPFALZ startet mit der heutigen Ausgabe eine Serie zum Thema „Digitales Leben“. In den kommenden Tagen zeigen wir Ihnen, liebe Leser, mit Beispielen aus der Pfalz, wie gravierend der Wandel, wie unumkehrbar die Transformation in unserer Heimat ist. Dabei sparen wir uns selbst nicht aus. Denn auch Lokaljournalismus muss sich weiterentwickeln, um in einer digitalen Welt ein tragfähiges Geschäftsmodell zu behalten. Die Zeitungsbranche ist im Umbruch: Die Zustellung der Zeitung steht vor großen Herausforderungen. Mit einem abgeschlossenen Printprodukt wie der Zeitung fällt es schwer, hinsichtlich Aktualität mit dem Internet Schritt zu halten.
Voller Werkzeugkoffer
Wie können wir Ihnen mit der gedruckten Zeitung einen Mehrwert schaffen? Welche Inhalte und Formate bieten wir zusätzlich im Internet an, wo der Werkzeugkoffer für Journalisten noch voller ist? Wie bewahren wir Gutes und probieren Neues aus? All diese Fragen stellen wir uns. Denn: Die Digitalisierung verändert auch, wie wir arbeiten, wie wir kommunizieren, wie wir informieren. Letzteres tun wir zum Beispiel mit unserem Newsletter über den Pfälzerwald, mit Podcasts zu den Herzensthemen Wein und FCK oder etwa rund um die Bundestagswahl mit Live-Ergebnissen aus Ihrem Ort.
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