Pandemie Comirnaty und Co. – Das sind die Namen der Corona-Impfstoffe

Der Biontech-Impfstoff heißt Comirnaty.
Der Biontech-Impfstoff heißt Comirnaty.
Der Impfstoff von Moderna trägt den Herstellernamen auch in seiner offiziellen Bezeichnung.
Der Impfstoff von Moderna trägt den Herstellernamen auch in seiner offiziellen Bezeichnung.
Der Impfstoff von Astrazeneca wird läuft künftig unter dem Namen Vaxzevria.
Der Impfstoff von Astrazeneca läuft künftig unter dem Namen Vaxzevria.
Zugelassen, aber bisher noch nicht lieferbar: Janssen, Impfstoff von Johnson & Johnson.
Zugelassen, aber bisher noch nicht lieferbar: Janssen, Impfstoff von Johnson & Johnson.

Wo gibt es bei den zugelassenen Präparaten Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten? Und welcher Name steht später im Impfpass? Fragen und Antworten.

Welche Impfstoffe sind in der EU bisher zugelassen?

  • Biontech (seit 21.12.2020)
  • Moderna (seit 6.1.2021)
  • Astrazeneca (seit 29.1.2021)
  • Janssen/Johnson & Johnson (seit 11.3.2021)

(Stand 8. April 2021)

Wie lauten die offiziellen Bezeichnungen?

In der Berichterstattung werden der Einfachheit halber oft nur die Namen der Impfstoff-Hersteller genannt und die offiziellen Bezeichnungen weggelassen. Es kann sein, dass im Impfpass nicht der Name des Herstellers auftaucht. Daher ist es wichtig, folgende offizielle Bezeichnungen zu kennen:

  • Comirnaty (Biontech)
  • COVID-19 Vaccine Moderna (Moderna)
  • COVID-19 Vaccine Janssen (Janssen/Johnson & Johnson)
  • Vaxzevria (Astrazeneca)

Wieviele Impfungen sind nötig?

Bei Biontech, Moderna und Astrazeneca sind zwei Impfungen nötig. Das Präparat des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson, das von der Johnson-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelt wurde, muss nur einmal verabreicht werden.

Auf welcher Basis arbeiten die Impfstoffe?

Die Präparate von Astrazeneca und Johnson & Johnson sind Vektorimpfstoffe. Sie brauchen als Grundlage ein Virus, um Informationen in den Körper zu schleusen. Bei Johnson & Johnson ist es ein unschädlich gemachtes menschliches Schnupfenvirus. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Die Körperzellen des Geimpften bilden mit Hilfe der Bauanleitung das Protein, der Körper entwickelt eine Immunantwort.

Die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna dagegen sind mRNA-Impfstoffe. „m“ steht für messenger (Bote), „RNA“ für Ribonukleinsäure. Hier ist die mRNA die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Sie gelangt mit Hilfe winziger Fetttröpfchen in die Körperzellen. Diese stellen dann ebenfalls das Virusprotein her, gegen das der Körper seine Immunantwort entwickelt.

Wie gut wirken die Impfstoffe?

Die vektorbasierten Modelle müssen sich den neuartigen mRNA-Impfstoffen in dieser Hinsicht etwas geschlagen geben:

Der Impfstoff von Johnson & Johnson bietet laut US-Arzneimittelbehörde (FDA) einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Verläufen – gemessen 28 Tage nach Verabreichung. Vor schweren bis lebensbedrohlichen Erkrankungen ist der Geimpfte laut FDA nach dem gleichen Zeitraum mit 85 Prozent geschützt.

Das Mittel von Astrazeneca wies laut Hersteller 14 Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von etwa 70 Prozent auf. In einer neuen Studie erreichte es bei einem deutlich größeren Abstand zwischen den Dosen nach der zweiten Impfung bis zu 82 Prozent.

Das US-Unternehmen Moderna beziffert die Wirksamkeit seines Impfstoffs auf 94 Prozent – gemessen 14 Tage nach der zweiten Dosis.

Comirnaty von Biontech/Pfizer zeigte laut Studien der Unternehmen bereits sieben Tage nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von 95 Prozent. Im März wurden Bedenken entkräftet, dass diese Werte bei einem massenhaften Einsatz nicht erreicht werden könnten. Aus Israel mit überwiegend verwendeten Biontech-Impfstoff und Großbritannien mit dem von Astrazeneca kamen positive Daten, dass sich entsprechende Klinikeinweisungen stark reduzieren würden. Studien aus Israel und Großbritannien legen auch nahe, dass vor allem Biontech Ansteckungen deutlich vermindert.

(Stand: März 2021)

Wie ist der Abstand zur Zweitimpfung?

Das Präparat von Johnson & Johnson muss nur einmal verabreicht werden. In vorherigen Studien experimentierte der Pharmariese auch mit zwei Dosen im Abstand von 56 Tagen. In der Gruppe der 18- bis 55-Jährigen hatten jedoch etwa einen Monat nach der einmaligen Impfung laut Hersteller bereits über 90 Prozent der Teilnehmer neutralisierende Antikörper in höheren Konzentrationen im Blut. Der Konzern setzte auf eine Einmalgabe. Bei Biontech/Pfizer bekommt der Patient im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis. Beim Produkt von Moderna sind es rund vier, bei Astrazeneca mindestens vier Wochen. Wegen der höheren Wirksamkeit bei einer verzögerten zweiten Gabe rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO), damit bis zu zwölf Wochen zu warten.

Lassen sich die Impfstoffe mischen?

Bisher: Bei beiden Impfungen solle stets dasselbe Präparat zum Einsatz kommen, rät das Robert Koch-Institut (RKI). Bei einem Wechsel des Präparats könne die volle Wirksamkeit derzeit nicht gewährleistet werden, teilt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit. Bei einer möglichen späteren Nachimpfung (dritte Impfung) ist ein Wechsel des Präparats – etwa von Vektor- zu mRNA-Impfstoff - nach Ansicht von Immunologen problemlos möglich.

Seit den bekannt gewordenen Problemen mit Astrazeneca rät die Ständige Impfkommission (Stiko) Jüngeren dazu, für eine Zweitimpfung auf ein anderes Präparat zu wechseln. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät allerdings weiterhin von einem Wechsel ab.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Astrazeneca sollte nach Ansicht der Stiko nicht mehr bei Personen unter 60 Jahren verimpft werden aufgrund von Hirnvenenthrombosen, die in seltenen Fällen etwa vier bis 16 Tage nach der Impfung aufgetreten sind. Für Personen über 60 Jahren sieht die Stiko derzeit keinen Grund für einen Impfstopp. Seit Anfang April untersucht die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) auch im Fall von Johnson & Johnson einen möglichen Zusammenhang zu Thrombosefällen.

Abgesehen davon gilt: Dem RKI zufolge waren bislang Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Schüttelfrost die nach den Impfungen am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen. Im Allgemeinen waren sie aber schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab. Laut RKI können bei mRNA-Präparaten wie bei allen anderen Impfstoffen „in sehr seltenen Fällen“ allergische Sofortreaktionen bis hin zum Schock oder andere auch bisher unbekannte Komplikationen nicht ausgeschlossen werden.

Die Stiko empfiehlt die Impfung auch für Menschen mit Immunschwäche - also zum Beispiel bei HIV-Infektionen, Krebserkrankungen oder nach Organtransplantationen.

(Stand: März/April 2021)