Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Bundeswehr: Die Wehrpflicht kommt

Die Bundeswehr braucht dringend mehr Soldaten.
Die Bundeswehr braucht dringend mehr Soldaten.

Die Bundeswehr hat ihr Personalwachstum deutlich beschleunigt. Aber für die Verteidigung dieses Landes reicht das bei Weitem nicht.

Es ist ein Achtungserfolg für die Personalgewinnung der Bundeswehr: Mit 184.200 Soldatinnen und Soldaten sind die deutschen Streitkräfte so stark wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Die aktive Truppe ist damit auf Jahressicht um rund 3000 gewachsen – ebenfalls so kräftig wie lange nicht. Aber so erfreulich der Aufwuchs ist, so gewaltig ist die Lücke, die geschlossen werden muss. Die Bundeswehr zielt bis Mitte der 2030er-Jahre auf 260.000 aktive Soldaten. Inklusive Reserve sollen es 460.000 Soldatinnen und Soldaten werden. Das wäre das Doppelte der aktuellen Größe. Ein Wachstum um 3000 Uniformierte pro Jahr reicht dafür bei Weitem nicht. Ein Aufwuchs um 80.000 Soldaten würde so grob ein Vierteljahrhundert dauern. Experten äußern sogar, dass die Bundeswehr noch mehr Personal braucht, als derzeit angepeilt.

Aber das Verteidigungsministerium und die Regierungskoalition setzen noch auf das Prinzip Hoffnung. Minister Boris Pistorius (SPD) gibt sich überzeugt, dass sich das Personalwachstum noch deutlich beschleunigt. Aber eine Reihe namhafter Experten bezweifelt das. Dazu gehört auch der Wehrbeauftragte des Bundestages. Es wird sich bereits im Laufe dieses Jahres zeigen, ob die Bundeswehr genügend Soldaten für die Verteidigung unseres Landes gewinnen kann. Es ist wahrscheinlich, dass für die Sicherheit der Bundesrepublik schon 2027 eine Wehrpflicht eingeführt werden muss, die den Personalbedarf deckt.

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