Nahost Bisher blutigster Tag im Krieg zwischen Israel und Hamas

Abschuss weiterer Raketen auf Israel aus dem Gazastreifen: Bisher sollen es 3000 insgesamt gewesen sein.
Abschuss weiterer Raketen auf Israel aus dem Gazastreifen: Bisher sollen es 3000 insgesamt gewesen sein.
In Schutt und Asche: ein am Samstag von Israels Armee mit Ansage zerstörtes Gebäude in Gaza. Bisher arbeiteten dort internationa
In Schutt und Asche: ein am Samstag von Israels Armee mit Ansage zerstörtes Gebäude in Gaza. Bisher arbeiteten dort internationale Medien wie der Kanal Al-Jazeera aus Katar und die amerikanische Agentur AP.

Die internationalen Bemühungen um eine Feuerpause im Heiligen Land bringen vorerst keine Entspannung. Die Hamas hat auch am Sonntag ihren Raketenbeschuss auf Israel fortgesetzt.

Die Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen haben am Wochenende einen Höhepunkt erreicht. Bei rund 90 israelischen Angriffen binnen 24 Stunden kamen am Sonntag nach Angaben der Hamas mindestens 40 Palästinenser ums Leben. Dies wäre die höchste Opferzahl an einem Tag seit Beginn der Gewalteskalation vor einer Woche. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben auch das Haus des Chefs des politischen Flügels der Hamas im Gazastreifen, Yahya Sinwar, an. Ob er getötet wurde, war zunächst unklar.

Umgekehrt feuerten radikale Palästinenser wieder zig Raketen auf Israel. Binnen sechs Tagen seien nun 3000 Raketen abgeschossen worden, so die israelische Armee am Sonntag. Bis Sonntagnachmittag meldeten die Konfliktparteien mindestens 188 Tote auf palästinensischer und zehn auf israelischer Seite. Nicht eingerechnet sind dabei die Toten bei den Unruhen der vergangenen Tage innerhalb Israels.

560 weitere Israelis wurden durch die wahllosen Raketenangriffe verletzt. Im Gazastreifen soll die Verletztenzahl längst vierstellig sein. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, es werde noch „Zeit brauchen“, bis die Waffen schweigen könnten. Ägypten öffnete derweil laut Medienberichten seinen Grenzübergang in Rafah, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen.

Sicherheitsrat tagt

International wächst die Angst vor einem Flächenbrand in Nahost. Die EU-Außenminister wollen am Dienstag auf einer Krisensitzung beraten. Die Länder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit verurteilten derweil bei einem Treffen in der saudischen Hauptstadt Riad „die barbarischen Angriffe Israels gegen die palästinensische Bevölkerung, ihr Land und ihre Heiligen Stätten“.

Zum dritten Mal binnen einer Woche wollte sich der UN-Sicherheitsrat am Sonntag mit der Krise im Heiligen Land befassen. Vor der Sitzung in New York zeigte sich UN-Generalsekretär António Guterres „bestürzt“ angesichts des Todes von zehn Mitgliedern einer Familie am Samstag durch israelisches Bombardement im Gazastreifen. Auch wurde ein von internationalen Medien genutztes Gebäude in dem Küstengebiet nach vorheriger Warnung durch israelische Raketen zerstört. Betroffen waren dadurch die US-Agentur AP und der katarische Sender Al-Jazeera, die ihr Personal rechtzeitig in Sicherheit brachten.

Die USA mahnten nach dem Angriff auf das Medienhochhaus in Gaza Israel zur Zurückhaltung. US-Präsident Joe Biden telefonierte sowohl mit Israels Premier Netanjahu als auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Leitartikel zur Rolle der USA im Nahostkonflikt

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