Politik Bialowieza-Urwald: Sieg für Naturschutz

Wisente zwischen grünem Geäst , turmhohe Tannen und Eichen, moosig-modriges Totholz auf verwunschenen Lichtungen: Der Bialowieza-Wald im Osten Polens gilt als einer der letzten intakten Urwälder Europas mit einer beispiellosen Vielfalt an Pflanzen und Getier. Den Naturschutz in diesem einzigartigen Gebiet wird Polen künftig wieder besser respektieren müssen. Denn der Europäische Gerichtshof (EuGH) erteilte der Regierung in Warschau gestern eine scharfe Rüge. Die EU-Kommission hatte die polnische Regierung 2017 wegen Verstößen gegen EU-Naturschutzrecht verklagt. Der Bialowieza-Wald, der sich von Polen weit nach Weißrussland erstreckt, ist nicht nur Unesco-Weltnaturerbe. Auf polnischer Seite sind rund 63.000 Hektar als „Natura-2000“-Gebiet auch nach EU-Recht besonders geschützt. Das bedeutet unter anderem strenge Auflagen für die Forstwirtschaft. Die polnische Regierung erlaubte trotzdem 2016, fast drei Mal so viel Holz einzuschlagen wie vorher. Allein 2017 wurden nach offiziellen Angaben 150.000 Bäume gefällt. Jetzt entsprach der EuGH der Klage der EU-Kommission gegen Polen in vollem Umfang. (Aktenzeichen C-414/16) Man werde das Urteil respektieren, betonte Polens Umweltminister Henryk Kowalczyk, der erst seit einigen Wochen im Amt ist. Trotzdem bleiben Umweltaktivisten skeptisch und sehen die Gefahr lange noch nicht gebannt. Hintergrund Seite 3