Protestaktion?
Aus CDU-Geschäftsstellen werden „Eierhäuser“
Ist das noch ein alberner Witz oder schon eine großangelegte Protestaktion? Bundesweit haben beim Kartendienst Google Maps diverse Geschäftsstellen von CDU und auch CSU zumindest zwischenzeitlich den Namen „Eierhaus“ getragen.
Bekannt wurden am Donnerstag Fälle aus Berlin, Bayern, Hamburg, Hessen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch in der Pfalz trugen am Donnerstagmittag viele Unionsbüros den Namen „CDU Eierhaus“ – unter anderem in Wörth, Pirmasens, auch fand sich in Landau das „CDU Eierhaus Südliche Weinstraße“. Der Sitz der Jungen Union in der Ludwigshafener Benckiserstraße hieß „Junge Union kleines Eierhaus“.
Zuvor hatten die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und WDR über das großangelegte Namensdebakel berichtet.
Viel Arbeit für die CDU
Für die CDU in Rheinland-Pfalz bedeutete das zunächst Arbeit. „Wir haben nach Bekanntwerden direkt gehandelt und diese Einträge manuell entfernt“, sagt Johannes Steiniger, CDU-Generalsekretär im Land, der RHEINPFALZ, „Ansonsten ist jede Kommentierung dieses Unsinns ein Wort zu viel – es gibt aktuell wichtigere Themen.“ Die CDU befindet sich im Land aktuell in Gesprächen mit der SPD mit dem Ziel, eine neue Regierung zu bilden.
Etwas lockerer nahm es der CDU-Generalsekretär aus Schleswig-Holstein. „Kreativer Protest sieht anders aus“, sagte Lukas Kilian. „Aber das bereitet uns auch keine schlaflosen Nächte.“ Nach Darstellung Kilians hatte ein User über einen Änderungsvorschlag den Namen ändern lassen. Diese Funktion des Dienstes ergebe beispielsweise bei geänderten Öffnungszeiten von Restaurants Sinn. Bei politischen Parteien oder Institutionen müsse diese Option hingegen eingeschränkt werden, forderte er.
Hintergründe unklar
Urheber und Hintergründe der Aktion sind offen. Medien stellten einen Zusammenhang her mit Protesten junger Leute gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schüler-Demonstration gegen die Wehrpflicht Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift: „Merz leck Eier“ getragen. Gegen ihn nahm die Polizei wegen Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz Ermittlungen auf.
Nicht immer übrigens bedienten sich die unbekannten Täter bei der Aktion des Wortes „Eierhaus“. So erschien in Erfurt etwa der Begriff „Eierladen“, in Eisleben in Sachsen-Anhalt wurde eine Änderung hin zu „Eierverband“ vorgenommen. Die Geschäftsstelle des Kreisverbands Nordsachsen war kurzzeitig als „rehbraunes Eierhaus“ auffindbar. Auch mehrere CSU-Geschäftsstellen in Bayern wurden zumindest zeitweise umbenannt – und mit dem Label „CSU Eierhaus“ oder „Söder isst Eierhaus“ verpasst. Betroffen waren insbesondere mehrere Geschäftsstellen in München und im Münchner Umland.
Google verweist auf Feedback-Button
Google erklärte auf Anfrage, man sei bemüht, Google Maps so aktuell wie möglich zu halten und Nutzerinnen und Nutzern korrekte Informationen anzuzeigen. Das Unternehmen wies darauf hin, dass fehlerhafte Informationen mit Hilfe des Feedback-Buttons gemeldet werden könnten.