Meinung
An die Arbeit, Grün-Schwarz!
Es ist geglückt, Grüne und CDU in Baden-Württemberg haben sich auf einen Koalitionsvertrag verständigt. Dass dies überhaupt in Frage stand, ist in diesen unsicheren Zeiten schockierend. Zumal die beiden Parteien ja bereits seit zehn Jahren gemeinsam und weitestgehend geräuschlos das Land regieren – und es keine wirkliche Alternative zu Grün-Schwarz gab.
Die CDU fühlte sich wegen einer angeblichen grünen Schmutzkampagne um einen rechtmäßigen, längst eingepreisten Sieg betrogen. Und zog sich zunächst in die Schmollecke zurück. Das ist menschlich nachvollziehbar. CDU-Frontmann Manuel Hagel hat sich ein Stück weit auch zurecht persönlich verletzt gefühlt.
Erst das Land, dann die Partei, dann die Person
Genau das darf im politischen Betrieb aber keine Rolle spielen. Erst recht nicht für ambitionierte Politiker wie Hagel, die ein solch prominentes Amt anstreben wie das des Ministerpräsidenten eines der wichtigsten Bundesländer überhaupt. Um es in den Worten von Hagels Vorbild Erwin Teufel zu sagen, der einst den Job hatte, den Hagel so gerne gehabt hätte: Erst das Land, dann die Partei, dann die Person.
Mit ihrem Koalitionsvertrag hat die Neuauflage von Grün-Schwarz die Chance, den Strukturwandel im Land zu gestalten. Der Fokus auf Wirtschaft ist richtig gelegt. Bleibt den Koalitionären nur zu wünschen, dass sie gemeinsam an die Arbeit gehen. Für Machtgerangel und Beleidigtsein bleibt keine Zeit mehr.