Rheinland-Pfalz Viele Kinder brauchen Hilfe bei der Sprachentwicklung

Speyer/Mainz (dpa/lrs) - Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz (DRV) sieht einen wachsenden Bedarf an Sprachhilfen für Kinder. Verzögerungen und Störungen der Sprachentwicklung waren 2019 der Grund für rund vier Prozent der Reha-Leistungen der DRV Rheinland-Pfalz, wie der Sprecher Hans-Georg Arnold in Mainz mitteilte. Ein Prozentpunkt mehr als 2017. Die stationäre Reha für Kinder und Jugendliche mit Sprachproblemen ist seit 2017 eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung. 85 Prozent der Kinder waren zwischen fünf und neun Jahre alt.

Sprachverständnis, Wortschatz, Aussprache und grammatikalische Entwicklung gehören zu den Auffälligkeiten. «Verbessern sich diese nach dem dritten Lebensjahr nicht von alleine, handelt es sich um eine Sprachstörung, die behandelt werden sollte», stellt die DRV fest. Gemeinsam mit einem Arzt oder Therapeuten könne die Kinder-Reha bei der Rentenversicherung beantragt werden. Die Bewilligungschancen seien gut. Die Edelsteinklinik hat 150 Behandlungsplätze, 30 davon sind Familienunterkünfte.

«Wenn Kinder nicht richtig sprechen, wird der Start in Schule, Ausbildung und Beruf schwierig», sagt die Ärztliche Direktorin der Edelsteinklinik Bruchweiler, Edith Waldeck. «Ihre Zukunftschancen sind eingeschränkt.» Eine stationäre Rehabilitation mit intensiver Sprachtherapie ermögliche einen deutlichen Entwicklungsschub. Die Edelsteinklinik ist eine Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche der DRV. Logopädie, Ergo- und Bewegungstherapie stehen auf dem Programm - in Gruppen- und Einzeltherapie. Eltern sind Teil der Therapie und können ihre Kinder begleiten und mit ihnen das gelernte üben. Rhetorische Fähigkeiten und bewusste Aussprache werden auch trainiert und Freude beim Sprechen vermittelt.