Rheinland-Pfalz Verbände kritisieren Schließung von Pflege-Fakultät

Kurz vor Ostern verkündete die katholische Hochschule in Vallendar das Aus für ihre pflegewissenschaftliche Fakultät, und zwar aus finanziellen Gründen. Verbände werten dies als Rückschlag für die Pflege, die Landespolitik steht in der Kritik.

Vallendar (dpa/lrs) - Die Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) ist von Verbänden als Rückschlag für die Entwicklung der Pflege gewertet worden. „Im internationalen Vergleich ist Deutschland jetzt schon beim Grad der Akademisierung der Pflege ein Entwicklungsland“, sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein, am Mittwoch. „Deshalb braucht es in Zukunft mehr und nicht weniger Angebote für Pflegewissenschaft.“

Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz in Mainz warf der Landespolitik „echte Nachlässigkeit“ vor. Sie fordere schon seit Jahren mehr finanzielle Unterstützung seitens des Landes auch für diese Hochschule, das sei mit dem Verweis auf deren privaten Hochschulstatus abgelehnt worden. „Wir können uns nicht auf der einen Seite für eine Stärkung der beruflichen Pflege stark machen und zeitgleich bei der Akademisierung aufgrund wissenschaftspolitischer Ideologien und Denkhemmungen sparen“, hieß es in der Mitteilung vom Mittwoch, in der eine Aufstockung der Ausbildungsplätze in der Pflege gefordert wurde.

Als Begründung für die Ende März verkündete Schließung der pflegewissenschaftlichen Fakultät hatte die katholische Hochschule in Vallendar die finanzielle Lage angeführt. Es gebe zu wenig zahlende Studierende, zudem sei die Studentenzahl seit Jahren rückläufig. Derzeit studieren rund 250 Menschen an der Fakultät, sie können dort generell ihre Ausbildung beenden. Neue Studenten werden nicht mehr aufgenommen.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse im vergangenen Januar sind 94 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz der Meinung, Pflegeberufe müssten attraktiver werden; dies gehöre zu den wichtigsten gesundheitspolitischen Zielen.

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