Rheinland-Pfalz Stiftungsrat der Heilsbach ist wieder besetzt

Rund 15.000 Gäste übernachten jährlich in der Bildungsstätte Heilsbach.
Rund 15.000 Gäste übernachten jährlich in der Bildungsstätte Heilsbach.

«Speyer.» Nach mehr als zwei Jahren und zuletzt deutlicher Kritik eines renommierten Kirchenrechtlers hat Bischof Karl-Heinz Wiesemann den Stiftungsrat der kirchlichen Bildungsstätte Heilsbach bei Schönau in der Südwestpfalz wieder besetzt. Vier Männer sollen Pfarrer Friedrich Mohr bei der Leitung der Stiftung unterstützen.

Ende 2015 hatte Bischof Wiesemann, wie berichtet, die damaligen Mitglieder des Stiftungsrates von ihren Pflichten entbunden. So sollte der Weg für einen Neuanfang bereitet werden. Allerdings ließ der bislang auf sich warten. Mitte Januar hatte der renommierte Kirchenrechtsprofessor der Mainzer Universität, Matthias Pulte, die Nichtbesetzung des Rates kritisiert. Er sah die Gefahr, dass das Bistum rechtswidrig handele. Aus Kreisen des Bischöflichen Ordinariates war zu hören, dass die Berichterstattung der RHEINPFALZ für Schwung sorgte. Die Kritik des Mainzer Professors wurde in Speyer offenbar ernst genommen. Laut Pressestelle haben sich der Schönauer Ortsbürgermeister Rudolf van Venrooy, Erich Schlick aus Otterstadt, Steuerberater Christian Wolf aus Bad Dürkheim sowie der Pirmasenser Dekan Johannes Pioth bereit erklärt, die ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen. Bischof Wiesemann hat sie für die Dauer von fünf Jahren zu Mitgliedern des Stiftungsrats ernannt. Unter den neuen Stiftungsratsmitgliedern befinden sich keine Frauen. Und: Sowohl Schönaus Bürgermeister van Venrooy als auch der Otterstadter Schlick gehören der CDU an. Die bischöfliche Pressestelle sagte dazu, dass für die Wahl der Mitglieder des Stiftungsrates allein die Kompetenz ausschlaggebend gewesen sei. Der Stiftungsrat beschließt unter anderem die Jahresabschlüsse sowie den jährlichen Haushaltsplan der Bildungs- und Freizeitstätte. „Wir sind froh, dass die personelle Vakanz damit beendet ist. In dem neuen Stiftungsrat verbinden sich Erfahrungen und Kompetenzen aus unterschiedlichen Bereichen. Wir sind zuversichtlich, dass damit neue Ideen entwickelt und neue Kooperationen angebahnt werden können“, wird der scheidende Generalvikar Franz Jung in einer Pressemeldung zitiert. Stiftungsvorstand der Heilsbach bleibe der Speyerer Pfarrer Friedrich Mohr, heißt es weiter. Die Geschäftsführung nehme Renate Schmitt als leitende Mitarbeiterin wahr. Die Heilsbach wurde 1953 gegründet und verzeichnet laut Bistum pro Jahr rund 15.000 Übernachtungen. Zu der Einrichtung gehören ein Zeltplatz, ein Freibad und eine Mehrzweckhalle mit Platz für bis zu 500 Personen. Aktuell sind in der Heilsbach, die als selbstständige Stiftung geführt wird, 21 Mitarbeiter beschäftigt. Der jährliche Umsatz liegt den Angaben zufolge bei rund einer Million Euro.