Rheinland-Pfalz Remis als Mutmacher: Kaiserslautern moralischer Derby-Sieger

Fußball
Fußbälle liegen in einem Tor.

Was für Spiel: Im Derby zwischen Kaiserslautern und Mannheim sehen zwei FCK-Profis die Rote Karte, zudem werden zwei Funktionäre des Innenraums verwiesen. Den verdienten Punktgewinn in Unterzahl werten die Pfälzer als Erfolg.

Kaiserslautern (dpa/lrs) – Nach dem torlosen Remis im emotionsgeladen Südwest-Derby gegen Waldhof Mannheim durfte sich der 1. FC Kaiserslautern zumindest als moralischer Sieger fühlen. Mehr als eine Halbzeit lang mussten die Pfälzer am Samstag vor 13.500 Zuschauern mit neun Feldspielern agieren. FCK-Trainer Marco Antwerpen war nach dem Abpfiff stolz auf seine Mannschaft, die sich in Unterzahl in jeden Ball warf und das Unentschieden leidenschaftlich verteidigte. „Das haben die Jungs überragend gemacht. Diesen Punkt haben wir uns unter diesen Umständen hochverdient.“

Heftige Kritik äußerte der 49-Jährige dagegen an den Entscheidungen von Schiedsrichter Florian Heft, der die FCK-Profis Kenny Prince Redondo (24. Minute) und Marvin Senger (41.) vorzeitig in die Kabine schickte. „Der Schiedsrichter hatte die Partie von Beginn an nicht im Griff. Die erste Rote Karte ist gar nichts, da musst du als Trainer erstmal durchatmen und kannst es gar nicht fassen“, sagte Antwerpen. Nach den anschließenden Tumulten an der Seitenlinie zeigte der Referee auch noch Mannheims sportlichem Leiter Jochen Kientz die Rote Karte.

In der Folge entglitt Heft die von Nickligkeiten und Fouls geprägte Begegnung völlig - Fußball wurde kaum noch gespielt. „Bei diesem Gespann heute bin ich wirklich sprachlos. Wenn wir von einem kampfbetonten Spiel reden, dann finde ich, dass Mannheim am Anfang völlig drüber war. Man muss sich schon mal fragen, ob sich der Schiedsrichter überhaupt auf das Spiel vorbereitet hat“, schimpfte Antwerpen.

Auch der Feldverweis gegen Senger wegen einer Notbremse an Adrien Lebeau erschien ihm zu hart. „Der Ball nimmt auf jeden Fall eine andere Richtung. Also gab's einen Kontakt am Ball“, sagte Antwerpen zu der Szene kurz vor der Pause. Wenig später musste auch noch FCK-Teammanager Florian Dick mit Rot den Innenraum verlassen. Erst
nach Wiederbeginn hatten sich die Gemüter beruhigt.

Kaiserslautern verteidigte fortan leidenschaftlich in zwei Viererblöcken das eigene Tor und hatte in Torhüter Matheo Raab einen überragenden Rückhalt. „Ich glaube, ich hatte heute einen ganz guten Tag. Teilweise haben wir heute gegen vierzehn Mann gespielt. Wie wir uns dann den Punkt erkämpft haben, war mehr als verdient“, sagte Raab nach der Partie.

Obwohl die Roten Teufel nun schon vier Spiele in Serie sieglos sind und mit nur sechs Punkten aus acht Partien weiter im Tabellenkeller stehen, könnte das 0:0 gegen den Erzrivalen eine Trendwende einläuten. „Man hat heute gesehen, dass der eine für den anderen da war. Nur so kannst du bestehen“, sagte FCK-Kapitän Jean Zimmer.

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