Rheinland-Pfalz Pathologe wegen Betruges und Bestechung zu Haft verurteilt

Gerichtssaal im Landgericht Saarbrücken
Blick auf die Richterbank eines Saals im Landgericht Saarbrücken.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Das Landgericht Saarbrücken hat einen 61-jährigen Pathologen aus dem Saarpfalz-Kreis wegen Betruges in 17 Fällen sowie wegen Bestechung im Gesundheitswesen in 97 Fällen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Gegen seine Ehefrau (58) verhängte das Gericht am Montag wegen Beihilfe zum Betrug in 17 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin besteht die Bewährungsauflage in der Zahlung von 5000 Euro an einen gemeinnützigen Verein. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Der Pathologe soll seit 2007 im Bundesgebiet bei niedergelassenen Fachärzten für eine Zusammenarbeit bei pathologischen Befunden geworben und entsprechende Proben von ihnen bekommen haben. Die Anklage warf ihm dabei Abrechnungsbetrug mit einem Schaden von fast 2,6 Millionen Euro vor. Außerdem soll der Mediziner Bestechungsgeld in Höhe von weit mehr als 100 000 Euro gezahlt haben.

Der Haftbefehl gegen den Angeklagten, der wegen Fluchtgefahr seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, wurde aufrechterhalten. Dem Urteil am zweiten Prozesstag lag laut Gerichtssprecherin eine Verständigung zwischen den Beteiligten zugrunde.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt in dem Zusammenhang mittlerweile gegen elf Ärzte aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Gegen den Angeklagten wird zudem in 27 Fällen wegen des Verdachts von Fehldiagnosen auf Krebs bei der Analyse von Gewebeproben ermittelt.