Rheinland-Pfalz Lichte will Job-Angst „ausblenden“: Szalai fehlt länger

Der Mainzer Adam Szalai jubelt nach einem Tor
Der Mainzer Adam Szalai jubelt nach einem Tor.

Nur ein Punkt und große Abstiegssorgen: Beim FSV Mainz 05 ist die bisherige Spielzeit nicht nur wegen Corona ungewöhnlich verlaufen. Nun soll in Freiburg endlich das erste Erfolgserlebnis her.

Mainz (dpa/lrs) - Auf ein Testspiel in der Pause hatte Jan-Moritz Lichte trotz der prekären Lage bewusst verzichtet. Dem Trainer des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 war es wichtiger, mit jenen Akteuren, die nicht bei ihren Nationalmannschaften weilten, intensiv zu arbeiten. „Das haben wir getan, inhaltlich und körperlich“, sagte er am Freitag in der Pressekonferenz vor der Partie beim SC Freiburg an diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky). In Mainz hoffen sie, dass diese Bemühungen ausreichen, um am achten Spieltag endlich den ersten Saisonsieg zu landen.

Auch wenn seine Mannschaft mit nur einem Punkt am Tabellenende steht, liegt es Lichte fern, die Partie im Breisgau zu einem oder Entscheidungs- oder Endspiel zu stilisieren. Von daher bedürfe es auch keiner besonderen Herangehensweise. „Wir bereiten uns darauf vor, wie auf jedes andere Spiel auch“, sagte er.

Für die mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz stehenden Rheinhessen geht es darum, nicht den Anschluss an die Rivalen zu verlieren. Die sind momentan nicht allzu weit entfernt; Arminia Bielefeld als Tabellenfünfzehnter hat vier, die davor platzierten Freiburger haben sechs Zähler - und ihnen könnten sich die Mainzer mit einem Erfolg am Sonntag auf zwei Punkte nähern.

Dass im Falle eines erneuten Misserfolgs die Kritik auch an seiner Person zunehmen dürfte, ist dem 40-Jährigen bewusst. Aber: „Die Angst um meinen eigenen Job kann ich wirklich ausblenden. Ich weiß nicht, warum ich das kann, und ich weiß auch nicht, ob andere es nicht können. Aber ich bin in meine Arbeit so vertieft, dass ich mir darüber keine Gedanken mache“, sagte er in einem Anfang der Woche veröffentlichten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

In Freiburg soll nach dem ersten Punktgewinn der nächste Schritt gelingen, auch ohne den gelbgesperrten Kapitän Danny Latza. „Kunde, Edimilson Fernandes oder Kevin Stöger können ihn ersetzen“, betont Lichte, dass es nicht an Alternativen mangele. Der in noch keinem Ligaspiel eingesetzte Ádám Szalai, der sich als Kapitän der ungarischen Nationalmannschaft gerade für die EM qualifiziert hat, musste sich am Donnerstag einer arthroskopischen Operation am linken Kniegelenk unterziehen und wird voraussichtlich frühestens in vier Wochen wieder am Mannschaftstraining teilnehmen können.

Neben allen kämpferischen und spielerischen Elementen werde sein Team gegen Freiburg vor allem auch Geduld benötigen, sagte Lichte. „Wir wollen Balleroberungen in bestimmten Bereichen, um schnell umschalten zu können, um auch Geschwindigkeit in unser Spiel zu bringen. Aber es ist nicht immer einfach, auf den Freiburger Spielaufbau Druck auszuüben. Damit müssen wir leben, bis wir zu den Balleroberungen kommen.“