Rheinland-Pfalz Grundsteuer-Belastung im Saarland stark gestiegen

Grundsteuer
Ein Reihenhausbesitzer hält einen Grundbesitzabgabenbescheid der Stadt in der Hand.

Stuttgart (dpa/lrs) - Die Kommunen im Saarland haben die Hebesätze für die Grundsteuer auf bebaute oder bebaubare Grundstücke in den vergangenen Jahren am stärksten erhöht. Von 2015 bis 2019 stiegen die Hebesätze im Schnitt um 22 Prozent. Das geht aus einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. In Hessen stiegen die Hebesätze im selben Zeitraum um durchschnittlich 15, in NRW um 10 Prozent.

Mit 680 Prozent verlangte die Gemeinde Gersheim im Saarpfalz-Kreis 2019 den höchsten Hebesatz im Saarland. In Perl (Merzig-Wadern) war der Satz mit 380 Prozent im vergangenen Jahr am niedrigsten. Im Schnitt lag der Hebesatz der Kommunen im Land für die Grundsteuer B bei 421 Prozent. Der Spitzenreiter unter den Flächenländern ist Nordrhein-Westfalen mit einem Wert von 546 Prozent.

Die Grundsteuer setzt sich aus drei Faktoren zusammen: Zuerst wird ein Wert ermittelt, der etwa von Ausstattung und Größe des Hauses und des Grundstückes abhängt. Der sogenannte Einheitswert wird dann mit der Steuermesszahl und dem jeweiligen, von der Kommune selbst festgelegten Hebesatz multipliziert.

Dies ergibt dann die zu zahlende bauliche Grundsteuer, die eine wichtige Einnahmequelle für Städte und Gemeinden ist. Sie trifft so gut wie alle Bürger, sowohl Hausbesitzer als auch Mieter über die Mietnebenkosten. In Saarland ergab sich so im Jahr 2019 eine Steuerbelastung von durchschnittlich 151 Euro je Einwohner.