Rheinland-Pfalz Der 2021 verspricht „knackigere Weine“: Beginn der Hauptlese

Hauptlese in deutschen Weinanbaugebieten gestartet
Eine Lesebox mit Spätburgundertrauben wird in die Kelter des Weinguts Braunewell geschüttet.

«Wir freuen uns, dass es los geht» - ein Winzer in Rheinhessen bringt die ersten Spätburgunder-Trauben in die Kelter. Auch an der Ahr fängt jetzt die Hauptlese an.

Essenheim (dpa/lrs) - Etwas später als im vergangenen Jahr, aber mit der Hoffnung auf gute Qualitäten hat am Dienstag die Hauptweinlese begonnen. In einem Weingut in Essenheim bei Mainz, im größten deutschen Weinanbaugebiet Rheinhessen, wurden Spätburgunder-Trauben für Sekt-Grundwein geerntet. An der Ahr brachten Winzer zwei Monate nach der Flutkatastrophe den ersten Frühburgunder in die Kelter. In Anbaugebieten wie Mosel, Rheingau oder Sachsen beginnt die Hauptlese erst in den nächsten Tagen und Wochen, wobei die Winzer auf einen sonnigen Spätsommer hoffen. Bereits seit dem 23. August wurden Trauben früh reifender Rebsorten für Federweißer geerntet.

„Bei meist guten Fruchtansätzen erwarten wir aufgrund von Pilzbefall wegen der vielfach hohen Feuchtigkeit und wetterbedingten Schäden in einigen Gebieten eine bundesweit leicht unterdurchschnittliche Menge“, sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut zum Start der Hauptlese im Weingut Braunewell in Essenheim (Kreis Mainz-Bingen). Dabei gebe es in den 13 Anbaugebieten regional große Unterschiede. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre wurden in Deutschland pro Jahr 8,9 Millionen Hektoliter Wein produziert. Diesmal sei zu erwarten, dass sich die Lese über eine längere Zeit erstrecke als im vergangenen Jahr. „Sie wird bis weit in den Oktober hinein gehen.“

„Wir freuen uns, dass es los geht“, sagte Winzer Christian Braunewell. Die Reife sei etwas zurück im Vergleich zu den vergangenen heißen Jahren, was aber kein Problem sei. „Beim Riesling wird es in diesem Jahr wieder etwas knackigere Weine geben“, sagte Braunewell. Prägnante Säure könne sich aber durchaus mit dichten und intensiven Aromen verbinden. 

„Nach drei extrem warmen und trockenen Jahren haben wir jetzt einen kühleren Jahrgang mit besten Voraussetzungen für einen perfekten Weißwein“, sagte Winzer Stefan Braunewell. Der Spätburgunder habe bereits Oechsle-Werte von 89 Grad - damit wird der Zuckergehalt der Trauben bestimmt. Das Laub der Reben sei zurzeit noch ganz grün, zeigt der Winzer und fügt hinzu: „Die Photosynthese ist noch voll da, für Weißwein kann das extrem gut sein.“

In der Lage Essenheimer Teufelspfad erhielten die zwölf Erntehelfer am Dienstag die Vorgabe, für den Sekt-Grundwein zunächst diejenigen Trauben zu lesen, die noch nicht ganz durchgereift sind. Die anderen sollen noch hängen bleiben und eine Weile reifen, damit sie gute Ortsweine ergeben - in der Herkunftspyramide für die Weinqualität ist das die mittlere Stufe zwischen Gutswein und Lagenwein.

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