Rheinland-Pfalz Bundespolizei am Flughafen auch in Corona-Zeiten gefordert

Reza Ahmari
Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei.

Am Frankfurter Flughafen hat die Bundespolizei wegen Corona weniger zu tun, aber nicht so wenig wie man vermuten könnte. Der Aufgaben-Schwerpunkt hat sich verschoben.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen sieht sich trotz niedriger Passagierzahlen auch in der Corona-Krise gefordert. „Die Zahl der Straftaten ist leider nicht so stark zurückgegangen wie die der Passagiere“, sagte Sprecher Reza Ahmari der Deutschen Presse-Agentur. Typische Delikte seien Urkundenfälschungen oder Verstöße gegen Einreisebestimmungen. Genaue Zahlen lägen aber noch nicht vor.

Zudem hätten die häufig geänderten Reisebestimmungen in Folge der Pandemie im vergangenen Jahr zu mehr als 100 000 spezifischen Anfragen an die Dienststelle geführt, die daraufhin einen eigenen Corona-Koordinierungsstab gegründet habe. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 seien aber die Anforderungen insgesamt gesunken. Das Präsidium mit rund 2500 Beamten habe daher Überstunden abgebaut, Altfälle erledigt und an anderen Orten wie dem Frankfurter Hauptbahnhof oder am Flughafen Stuttgart ausgeholfen.

Am Wochenende hatten die Beamten in einer Vielzahl von Fällen ermittelt, wie sie am Dienstag berichteten. So seien ein gesuchter Straftäter bei der Einreise verhaftet und eine Kindesentziehung in die Türkei verhindert worden. Dabei waren ein 35 Jahre alter Iraner und seine acht Jahre alte Tochter vor der Ausreise angehalten worden. Nach widersprüchlichen Aussagen des Mannes vergewisserten sich die Polizisten bei der Mutter des Mädchens, die nichts von einer geplanten Reise nach Istanbul gewusst habe. Gegen den 35-jährigen wird nun strafrechtlich ermittelt, während die Tochter in die Obhut des Jugendamtes gegeben wurde.