Rheinland-Pfalz Bayerische FFP2-Maskenpflicht wird Thema in Saar-Kabinett

Impfung
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.

Das Saarland hat die ersten Dosen des neuen Moderna-Impfstoffs. Eine Impfpflicht lehnt Gesundheitsministerin Bachmann ab. Über eine Pflicht zu FFP2-Masken will sie zumindest diskutieren.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Das saarländische Kabinett will darüber beraten, ob nach bayerischem Vorbild eine FFP2-Maskenpflicht für Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr eingeführt wird. Das kündigte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Dienstag in Saarbrücken an. „Ich springe nicht gleich aufs Pferd, wenn Herr Söder das vorgibt“, sagte sie mit Blick auf Bayerns Ministerpräsidenten. Aber man werde eine FFP2-Pflicht „mit Sicherheit diskutieren“, weil sich Söder und sein Kabinett sicherlich etwas dabei gedacht habe.

Bachmann sagte weiter, sie habe den Eindruck, dass sich das Tragen von FFP2-Masken in der Öffentlichkeit immer mehr durchsetzt. „Denn diese Masken schützen nicht nur andere, sondern damit schützt man sich auch selbst vor einer Ansteckung. Das haben die Menschen erkannt und verhalten sich auch entsprechend. Deshalb halte ich eine Pflicht zum aktuellen Zeitpunkt nicht für dringend notwendig.“

Die Anregung Söders, eine verpflichtende Impfung für Pflegekräfte prüfen zu lassen, wies Bachmann zurück: „Klares Nein zur Impfpflicht zum jetzigen Zeitpunkt.“ Jeder mündige Bürger habe das Recht, eine Impfung zu verweigern. Auch Pflegekräfte hätten das Recht, „über sich selbst und ihren Körper zu entscheiden“.

Auch im Saarland wurde am Dienstag der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna erwartet. Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) zufolge werden 1200 Dosen an einen zentralen Ort geliefert, „in zwei Wochen noch einmal 1200 Dosen und in weiteren zwei Wochen dann 2400 Dosen“. Einem Ministeriumssprecher zufolge sollen diese zeitnah eingesetzt werden. Das Präparat ist nach dem Präparat von Biontech/Pfizer der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff.

Nach Angaben Bachmanns sind dem Saarland zudem wöchentlich 9750 Dosen Biontech/Pfizer-Impfstoff zugesichert worden. „Wir könnten noch mehr impfen“, sagte sie. Es gebe genug Kapazitäten in den bislang drei Impfzentren und genug Personal - allerdings nicht genug Impfstoff. Bislang seien 10 130 Menschen geimpft worden.

Die neue Liste für Impftermine im Saarland wird nach Einschätzung der Ministerin gut angenommen. Seit Sonntag trugen sich mehr als 23 500 Impfwillige ein, die meisten über das Online-Buchungssystem. Der Großteil davon - mehr als 19 250 - ist älter als 80 Jahre. Das Saarland sei das einzige Bundesland mit einem solchen System. Bis zum 25. Januar ist die Liste freigeschaltet. Anschließend werden die Termine per Zufall bestimmt.

„Wir haben das gemacht, weil jeder sich beschwert hat, dass das Windhundprinzip ungerecht ist“, sagte Bachmann. Ziel sei, „allen impfberechtigten Bürgern die gleiche Chance auf eine baldige Schutzimpfung zu geben“. Dass einige von „Lotteriespiel“ geredet hätten, habe sie geärgert.