Wandertipp RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischen Wald und Wild: herbstliche Genusstour bei Eußerthal

Der Blick vom Wanderweg auf Eußerthal.
Der Blick vom Wanderweg auf Eußerthal.

Bei den „Wilden Wochen“ servieren Südpfälzer Restaurants Wild aus der Pfalz. Wer Genuss mit einer Tour verbinden will, wandert entlang von Pfälzer Weinsteig und Wildsauweg.

In den Wintermonaten November und Dezember zeigt sich die Südpfalz von ihrer wilden Seite. Es ist Jagdsaison im Pfälzerwald, in dem Reh, Hirsch und Wildschwein zuhause sind. Während der Aktion „Wilde Wochen“ beziehen zahlreiche Gastronomen ihr Wild direkt von regionalen Jägern und Jägerinnen und kreieren spezielle Menüs. Wer den Genuss mit einer Wanderung verbinden will, findet bei Eußerthal zwei Strecken: Über knapp 13 oder acht Kilometer.

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Auf kleinen Pfaden den Berg hinauf

Da es in den Wintermonaten im Wald früh dämmert, sollte man rechtzeitig die Wanderstiefel schnüren und zwar auf dem Parkplatz nebst Bushaltestelle vor dem Birkenthaler Hof am Ortsende von Eußerthal. Von dort geht es zunächst zurück ins Dorf. Am Schilderbaum zeigt die rot-weiße Markierung des Pfälzer Weinsteigs das erste Ziel an: „Gräfenhausen 3,6 km“. Rechts abbiegen in die Hauptstraße und schon steht man vor einem der eindrucksvollsten Sakralbauten der Pfalz: der romanisch-gotischen Kirche St. Bernhard. Das mittelalterliche Gotteshaus gehörte einst zu einem Zisterzienserkloster, ein Blick in die Historie verspricht Spannung.

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Gegenüber führt die Friedhofstraße in den Wald. Hinter einem kleinen Weiher beginnt der erste, kräftige Aufstieg. Der Weinsteig verengt sich zu einem schmalen Pfad, überquert mehrfach breite Forstwege und windet sich steil hinauf zu einer Lichtung. Oben angekommen, geht es ebenso steil wieder bergab. Am Waldrand lädt die Sitzgruppe „3-Burgen-Blick“ zu einer Pause ein. Weiter führt der Weg in den Annweilerer Ortsteil Gräfenhausen, das sogenannte Burgunderdorf. Seit über 600 Jahren wachsen hier edle Reben. Durch den Burgunderweg und die Kirschackerstraße geht es zum „Gasthaus zum Lamm“, wo der örtliche „Wildsauweg“ beginnt.

Das Eußerthaler Kloster gehörte einst zu einem Zisterzienserkloster
Das Eußerthaler Kloster gehörte einst zu einem Zisterzienserkloster

Entscheiden zwischen acht und 13 Kilometern Tour

Und hier trennen sich nun die Wege: Wer die kurze Tour von acht Kilometern (270 Höhenmeter) wählt, biegt nach rechts in die Waldstraße ein und folgt der Markierung mit den beiden Wildschweinen oder dem gelben Balken „Eußerthal 3,0 km“. Die Weitwandernden (13 km, 380 Höhenmeter) gehen geradeaus in die Krummgasse, bleiben auf dem Weinsteig, der die nächsten Kilometer identisch ist mit dem Wildsauweg. Am Gustav-Kühner-Brunnen endet das Dorf und ein weiterer, anstrengender Anstieg beginnt. Vorbei am Fußballplatz führt der Weg stetig bergauf, zuletzt in engen Serpentinen, bis der Höhenweg erreicht ist. Etwa 150 Meter weiter lohnt sich ein Abstecher nach links zum Picknickplatz an der Holderquelle. Wer den Abstecher auslässt, hält sich rechts, verlässt den Weinsteig und folgt dem Wald-Lehrpfad direkt zur Jung-Pfalz-Hütte. Nach 7,5 Kilometern ist hier der höchste Punkt der Tour erreicht. Ab jetzt geht es gemütlich bergab.

Das Eußerthaler Kloster stammt aus dem Mittelalter.
Das Eußerthaler Kloster stammt aus dem Mittelalter.

An der Hütte vorbei, bleibt man zunächst auf dem Wildsauweg, bis an einer Kreuzung Aufmerksamkeit gefragt ist: Hier treffen die kurze und die lange Route wieder zusammen. Der gelbe Balken, der von rechts unten aus Gräfenhausen heraufführt, markiert nun auch die lange Tour. An der Kreuzung links abbiegen, über eine Wegspinne hinweg, nach einer Linkskurve den breiten Weg verlassen und rechts auf einem Pfad hinab ins Dorf wandern. Die Hauptstraße nach links führt am Feuerwehrhaus vorbei über den Parkplatz und schließlich auf der Haingeraidestraße zurück zum Ausgangspunkt.

Eine Einkehr nach dem steilem Anstieg auf der Jungpfalzhütte hat man sich verdient.
Eine Einkehr nach dem steilem Anstieg auf der Jungpfalzhütte hat man sich verdient.

Im 900-Seelen-Dorf Eußerthal laden gleich zwei Restaurants zu einer Einkehr während der Wilden Wochen ein: Das „Klosterstübl“ (Schließzeiten im November beachten!) und der „Birkenthaler Hof“. In der Nähe liegt zudem das „Restaurant Zum Alten Kurhaus“ in Annweiler-Bindersbach sowie das Restaurant „Schneider“ in Dernbach. Alle beteiligten Betriebe sind unter www.soschmecktdiesuedpfalz.de aufgelistet.

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