Hütten im Pfälzerwald
Wolfsschluchthütte bei Esthal: Gemütliche Atmosphäre am Breitenbach
Bei strömendem Regen freut sich das Wanderinnenherz über wenige Dinge so sehr, wie über eine Hütte, die plötzlich hinter der nächsten Biegung auftaucht. Der warme, urig-gemütliche Gastraum wirkt einladend und auch der nasse Hund wird herzlich willkommen geheißen.
Rosemarie Marx ist seit 15 Jahren Hüttenwartin der Wolfsschluchthütte. Sie erzählt, wie es damals begonnen hat: „Die Hütte war früher die Pumpstation der Esthaler Wasserversorgung. Nachdem sich 1960 die Ortsgruppe Esthal des Pfälzerwaldvereins (PWV) gegründet hat, bekamen wir im Jahr darauf die Hütte.“
Pfälzerwald-Hütte mehrmals erweitert
Heute, mehr als 60 Jahre später, sieht die Hütte nicht mehr so aus wie damals. Schon wenige Jahre nach der Gründung des Ortsvereins war die Nachfrage so hoch, dass Mitte der 60er-Jahre die erste Erweiterung folgte. Mitte der 70er-Jahre kamen dann Heizungen und Sanitäranlagen dazu. Immer weiter entwickelte sich die Wolfsschluchthütte über die Jahre, bis 2011 der letzte große Anbau erfolgte, bei dem auch die Küche erweitert wurde. „Früher gab es Suppe und Wurstbrot. Das reicht heute nicht mehr. Jetzt können wir die Menge an Essen, die wir jedes Wochenende kochen, viel besser stemmen“, freut sich Marx. An manchen Sonntagen kochen die Ehrenamtlichen zwischen 120 und 130 Essen, erzählt die 71-Jährige.
Vor zwei Jahren wurde eine neue Terasse angebaut. „Da sitzen die Leute im Sommer besonders gern“, berichtet Marx. Mehr als 200 Menschen haben innen und außen Platz; eine Kapazität, die vor allem im Sommer auch regelmäßig erreicht werde. Da kommen die vier Ehrenamtlichen, die für den Service und die Instandhaltung der Hütte verantwortlich sind, ganz schön ins Schwitzen, sagt Marx.
Suche nach Ehrenamtlichen schwierig
Dass die Ehrenamtlichen für die Bewirtschaftung von Hütten unverzichtbar sind, zeigt sich in den Schließungen von PWV-Hütten, wie beispielsweise die Pfälzerwald-Hütte am Schmalstein, die regelmäßig Schlagzeilen machen. Immerhin verbringen sie ihre Freizeit damit, in der Küche zu stehen, die Hütte sauber und in Schuss zu halten und sich um rund 100 Kilometer Wanderwege im Umkreis zu kümmern. Wie Marx erzählt, falle es auch der OG Esthal immer schwerer, genügend Freiwillige zu finden, die ihre Wochenenden dem Hüttendienst verschreiben wollen. „Nach Corona sind viele ältere Dienstler nicht mehr wiedergekommen. Seitdem ist es immer schwieriger geworden, Leute zu finden. Die Jüngeren arbeiten alle Vollzeit und wollen dann nicht auch noch am Wochenende schaffen.“
„Heute gibt es mehr Frauen“
Nun soll die Jugend vom PWV wieder mehr eingebunden werden, da auch das Interesse an Freizeiten in den vergangenen Jahren gesunken sei. Dennoch seien Veranstaltungen an der Hütte nach wie vor gut besucht. „Am 31. Mai feiern wir Kinderfest. Da gibt es einen Puppenspieler und viel interessantes Programm. Das läuft immer sehr gut“, erzählt Marx.
Vor über 30 Jahren trat Rosemarie Marx in den Pfälzerwaldverein ein. In der Zeit hat sie eine Menge an Veränderungen erlebt. Eine, die sie besonders begrüßt: „Heute gibt es mehr Frauen im Verein. Auf den alten Bildern von den Jahren kurz nach der Gründung sieht man immer nur Männer. Heute sind wir auch im Vorstand vertreten.“ Auch vor ihrem Antritt als Hüttenwartin hat Marx schon Hüttendienste gemacht. Ihr Ehemann ist Mitglied, seitdem er zwölf ist. Das Ehrenamt ist also auch Familiensache.
Eine Liste mit allen Hütten im Pfälzerwald finden Sie hier: In unserer großen Hütten-Übersicht.
Wandern im Pfälzerwald: Mehr als 100 Wandertipps unserer Autoren finden Sie hier.
Von einer Wolfsschlucht keine Spur
Und woher hat nun die Wolfsschluchthütte ihren Namen? Auf Karten jedenfalls sucht man vergeblich nach einer Wolfsschlucht. Tatsächlich kann man den Ursprung heute nicht mehr ganz nachvollziehen. Laut Marx lautete der Name eines Mitgliedes der ursprünglichen Ortsgruppe Esthal „Wolf“ Alois und da die Hütte in einer Schlucht liegt, habe man dann die Wolfsschluchthütte daraus gemacht. Das Forsthaus Wolfsgrube liegt ebenfalls nicht fern, somit zeichnet sich ein Trend in der Namensgebung ab.
Geöffnet hat die Wolfsschluchthütte immer mittwochs und samstags zwischen 11 und 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr. Die Speisekarte bietet eine Auswahl an kalten und warmen Speisen und auch für Vegetarierinnen ist gesorgt. Und wieso Mittwoch? Rosemarie Marx grinst. „Mittwoch ist Rentnerwandertag. Da haben die Ärzte zu, da gehen wir in den Wald.“
