Geschichte Tag des Offenen Denkmals am 10. September: Die reichen Talente alter Orte in der Pfalz

Magischer Ort der Stille: die Klosterruine Disibodenberg.
Magischer Ort der Stille: die Klosterruine Disibodenberg.

Der Tag des offenen Denkmals hat Geburtstag: Zum 30. Mal macht er am 10. September bedeutende bauliche Zeitzeugen zugänglich, die unter Denkmalschutz stehen. Die Pfalz ist dabei, wenn auch mit schmälerem Angebot als in früheren Jahren.

Das diesjährige Motto „Talent Monument“ soll ihre Qualitäten für Denkanstöße und kulturelle Prozesse ins Blickfeld rücken. Ein gutes Beispiel für das Talent, Menschen zum Staunen und zum Nachdenken zu bewegen: der barocke Terrassengarten in Kirchheimbolanden, der sich vom Ballhaus zum Schloss der nassau-weilburgischen Fürsten hin erstreckt. Jahrzehnte unter einem Weinberg verborgen, wird das einzigartige Bauwerk nun Zug um Zug ans Tageslicht gebracht und wiederhergestellt und ist zugleich Kristallisationskern von Initiativen, die Barockzeit wieder zu Bewusstsein zu bringen, durch Konzerte, Ausstellungen und Kulturprojekte, durch die Einbindung von Stiftungen. Um 11 Uhr kann man sich hier einer Führung mit dem Archäologen und Bauforscher Achim Wendt und Architekt Marc Sattel anschließen.

Ritterherberge: Haus zum Maulbeerbaum

Ähnlich steht es mit dem Haus zum Maulbeerbaum, einem der ältesten Profanbauten Landaus, 1287 erstmals urkundlich erwähnt. Die spätere städtische Herberge war 1522 Tagungsort der süddeutschen Ritter. Nach dem Stadtbrand im 17. Jahrhundert wurde das Haus wiederaufgebaut, war Caféhaus, Rösterei, jüdisches Kolonialwarengeschäft. Nach dem 2. Weltkrieg kaum noch genutzt und von Verfall bedroht, fand sich eine Genossenschaft aus engagierten Landauern zusammen, die seit Jahren das Haus saniert, um darin Atelier- und Gasträume zu schaffen – Denkmale begeistern und inspirieren.

Stätte der Stille und Einkehr: Kloster Disibodenberg

Solches Talent kommt auf ganz eigene, magische Art auch einem Ort wie dem Kloster Disibodenberg bei Odernheim zu, eine Stätte der Stille und Einkehr. In einem Landschaftspark gelegen, lässt sich hier der Geist der Hildegard von Bingen erahnen, 40 Jahre hat sie hier gelebt. Zum Denkmalstag bietet das Team der Klosterruine von 11 bis 17 Uhr einen Aktionstag für Familien und Kinder an. Im Mittelpunkt steht die Schreibkultur der Klöster (Infos: www.disibodenberg.de).

Ehemaliger Bauernhof: Museum in Erfenbach

Die Talente eines historischen Hauses für mögliche Nutzungen lassen sich am ehemaligen Bauernhof Schermer aus dem frühen 19. Jahrhundert in Erfenbach (Siegelbacher Str. 113) aufzeigen. Der Hof, zur Prüfung als denkmalgeschütztes Kulturdenkmal angemeldet, vereint das Bachbahnmuseum, Ateliers, Ausstellungsräume, einen Kursraum und eine kleine Brauerei. Führungen werden angeboten.

Historisches Handwerk: Burgruine Hohenecken

Der Besuch beim Schermerhof ließe sich mit Abstechern zu weiteren Denkmälern im Raum Kaiserslautern verbinden, etwa zur Burgruine Hohenecken. Hier stehen die seit 2014 laufenden Sanierungsarbeiten im Blickpunkt. Neben Führungen werden historische Handwerkstechniken gezeigt, für Kinder gibt es eine Entdeckungstour.

Überreich an Geschichte: Speyer

Viel geboten ist in Speyer – ohnehin überreich an Geschichte. Die kann von 10 bis 16 Uhr mit einer Stadtrallye erkundet werden, die am Stadthaus beginnt und endet. Dort gibt es auch die Unterlagen dazu. Wer das Lösungswort gefunden hat, kann etwas gewinnen. Open-Air-Konzerte gibt es um 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr im Judenhof. Christa Bernardi (Querflöte) und Charlotte Barth (Klavier) spielen Klezmer und andere Stilrichtungen, „mal heiter, mal melancholisch, mal tänzerisch ausgelassen“, so die Ankündigung. Weitere Anlaufpunkte sind ein ehemaliges Beamtengebäude in der Hans-Purrmann-Allee 10 (10-12 Uhr) und die Villa des früheren Filz- und Patronenpfropfenfabrik-Inhabers Hess in der St.-Markus-Straße 12 (14-16 Uhr). Ab 14 Uhr lädt zudem das Kloster Magdalena zu einer Bilderausstellung durch die Geschichte des Klosters ein.

Rollendes Museum: Oldtimer-Wandern

Der Denkmalstag ist am 9./ 10.9. an der Südlichen Weinstraße ab 10 Uhr auch wieder Anlass des Oldtimer-Wanderns. Über 3000 historische Fahrzeug präsentieren sich zwischen Maikammer und Wissembourg, zwischen Minfeld und Annweiler als rollende Denkmäler mit über 20 Stopps sowie Abendveranstaltungen (Infos: www.heidlauf-classics.de).

Mit etwa 30 beteiligten Denkmälern liegt die Pfalz hinter früheren Jahren zurück. Bundesweit sind 5500 Stätten angemeldet, so dass der Denkmalstag erneut als größtes Kulturevent Deutschlands gelten kann.

Tag des offenen Denkmals, Motto: „Talent Monument“, So 10.9., in der Regel 11-17 Uhr, Programminfos:
www.tag-des-offenen-denkmals.de

6132637_1_org_Pfaelzerwald_Newsletter_-_Contentbox_16_x_9

Kennen Sie schon unseren Pfälzerwald-Newsletter?

Wo gibt es neue Wanderwege? Siedelt sich wirklich ein Wolfsrudel im Pfälzerwald an? Welche Hütten haben zur Zeit offen? Jeden Donnerstag schreiben RHEINPFALZ-Autorinnen und -Autoren aus der gesamten Pfalz über Themen rund um den Pfälzerwald. Jedes Mal mit Ausflugstipp!

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x