Freizeit- und Ausflugstipps
Ungewöhnliche Ideen für 2026: Zipline, Trekking, Gaga-Tanz ...
Wer Abwechslung im neuen Jahr sucht, findet sie hoffentlich hier: Unsere zwölf Freizeit-Ideen der ausgefalleneren Art sind als Inspiration gedacht, 2026 in der Pfalz und Umgebung etwas auszuprobieren, was noch nicht jeder kennt.
Am Seil durch die Baumwipfel
Ich gestehe: Ich bin alles andere als schwindelfrei. Trotzdem hat die Zipline im Elmsteiner Ortsteil Iggelbach längst mein Interesse geweckt. „Erlebe auf 18 Seilstrecken die Baumwipfel des Naturparks. Sieh den Wald aus einer Perspektive, die Du nie vergessen wirst. Spüre die Natur, das Wetter und Dich selbst. Zip, zip, hurra!“ werben die Veranstalter. Sicherheit werde groß geschrieben, versichern sie. Fest gegurtet flitzen Mutige an einem Kabel hängend durch die Baumwipfel den Berg hinab. „Zu jeder Zeit sind unsere Besucher doppelt gesichert und werden direkt von ausgebildeten Guides angeleitet. Die Anlage verfügt über eine permanente Selbstsicherung, versehentliches Aushängen der Sicherung ist unmöglich. Unsere Guides können ängstliche Zipper an jeder Stelle der Anlage abseilen.“ Und am Startpunkt lockt auch noch das gemütliche Sportheim mit Speis’ und Trank. Ein Grund mehr, sich ins ebenso rasante wie aussichtsreiche Abenteuer zu stürzen.
Moment mal: stürzen? Zum Glück ist jetzt noch Winterpause. Vielleicht überlege ich mir das bis zum Saisonstart im Frühling auch noch mal ... Wer sich informieren möchte: zipline-elmstein.de
Der Reiz der Kälte
Es gibt nichts Belebenderes als ein Bad im kalten Wasser, am besten draußen in der Natur. Erst mit den Zehen hineinstippen, mit den Füßen wie ein Storch durchs Wasser waten, die Arme nach und nach eintunken und dann – für die ganz Harten! – bis zur Hüfte und zum Hals untertauchen. Die Haut bitzelt. Der Geist wird hellwach. Und sobald man wieder trocken angezogen ist, durchströmt eine wohlige Wärme den Körper. „Kältereiz ist Lebensreiz“ wusste schon Pfarrer Sebastian Kneipp und verspricht mit seiner Heilmethode „Meine Wasserkur“: „Der Gesunde probiere unser Bad, er wird dem starken Baume gleichen.“ Bei unerschrockenen Wasserfreunden ist der Gelterswoog in Kaiserslautern beliebt, wo man sich zum Dreikönigsschwimmen am Sonntag, 4. Januar, 15 Uhr, trifft und bis zu 50 Meter gemeinsam schwimmt.
Zugegeben, fürs Eisbaden muss man seine Komfortgrenze erst ausweiten. Am besten fängt man gleich mit der Abhärtung an, zum Beispiel mit Tautreten im nassen Gras im Garten oder bei einer Wanderung im Pfälzerwald, bei der man ein Stück barfuß durchs feuchte Moos läuft.
Wer sich dem kühlen Nass in herrlicher Umgebung annähern möchte, beginnt mit der Maria-Quelle bei Bruchweiler-Bärenbach im Dahner Felsenland, die mit etwa 9 bis 10 Grad heraussprudelt. Sie versorgt den benachbarten Reinighof mit kostbarem Trinkwasser – eine Tasse zum Erfrischen hängt am Steg bereit. Am Reinighof (Info: www.reinighof.de) kann man außerdem auf dem Naturzeltplatz campen, in einem Tipi oder Bauwagen übernachten oder eine Massage im „Geodom“ buchen.
Yoga auf dem Wasser
Ganz neu ist es nicht mehr, aber noch habe ich mich nicht zum Yoga auf dem Brett ins Wasser gewagt. Oder vielmehr aufs Wasser. „Die Matten sind so konzipiert, dass garantiert nichts passiert“, hat Yoga-Lehrerin Marion Grimm-Rautenberg mich darin bestärkt, es mal mit dem SUP-Yoga zu versuchen. Es soll das Gleichgewicht verbessern und eine wohltuende Wirkung für Körper, Geist und Seele haben. 2026 bin ich auf jeden Fall dabei, wenn Marion oder ihre Yoga-Schwester Taina Nacke-Langenstein wieder zu SUP-Yoga-Kursen auf heimischen Gewässern laden; mel-yoga.de/yoga/supyoga
Sport und Spaß: Bogenschießen
Wo sich Alt und Jung im Bogenschießen versuchen dürfen, ist das Interesse schnell geweckt. Sei es in einem Ferienprogramm, auf einem Spielfest, im Verein oder sogar in einer Ausstellung. Als das Historische Museum der Pfalz in Speyer 2017/2018 „Robin Hood“ zeigte, wurde ein Stand aufgebaut, es liefen Workshops. Mit Heldentum hat Bogenschießen heute nichts zu tun. Die Bandbreite ist groß, vom Gang über einen 3D-Bogenparcours unter freiem Himmel als Erlebnissport bis hin zum Japanischen Bogenschießen (Kyudo). Und die Kombination aus Konzentration, Körperbewusstsein und Schießtechnik fasziniert schon beim Zuschauen. Mancher Sportverein bietet Schnuppertermine an. Wer einen einzelnen Workshop anderswo buchen möchte, muss vielleicht etwas warten. Wer „Bogensport Pfalz“ sucht, erhält beispielsweise diese Treffer: traditionelles-bogenschiessen-pfalz.de, bogensportverein-annweiler.de, www.schuetzenverein-hinzweiler.de.
Vorlesen als Hobby
Wer gern im stillen Kämmerlein schmökert, muss noch längst nicht gerne vorlesen. Doch wer Kinder hat und erlebt, wie Worte Fantasie-Funken schlagen, nimmt die Mühe mit wachsender Begeisterung und oft jahrelang auf sich. Die Stiftung Lesen, ansässig in Mainz, macht sich dafür stark, auch außerhalb der Familie aktiv zu werden und bei anderen Begeisterung für Geschichten zu wecken, sei es in der Kita oder in Begegnungsstätten für Senioren – selbstredend nach Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort. Tipps gibt es obendrein: stiftunglesen.de/mitmachen/ Tiefer hinein ins Thema führen Kurse auf dem „Onlinecampus“: Diese E-Learning-Kurse sind kostenfrei und richten sich an Freiwillige oder Fachkräfte. Weitere Infos unter www.campus.stiftunglesen.de.
Altes Handwerk ausprobieren
Virtuelle Welten und Künstliche Intelligenz haben ihren Reiz. Doch werden eigene Werkstücke und kreative Handarbeit dadurch nicht noch attraktiver? Die Auswahl ist groß. Soll’s bodenständig ausfallen oder glitzern? Korbflechten oder Goldschmieden für Anfänger? Gesehen im Programm der Volkshochschule (VHS) Landau. Oder „Zeitlose Handarbeit“, darunter feine Ajour-Stickerei? Gesehen bei der VHS Kaiserslautern. Töpfern, Nähen, seltener das Arbeiten mit Holz – die Angebote von Pfälzer Volkshochschulen oder Vereinen lohnen der Durchsicht. Manche Profis bieten auch exklusive Workshops in ihren Werkstätten an, außerdem Gutscheine, falls ein Geschenk gesucht wird.
Sich auf die Offene Bühne wagen
Aus dem Kulturleben sind die Amateurbühnen nicht wegzudenken. Auch theaterpädagogische Angebote größerer Häuser eignen sich für den ersten Kontakt mit den Brettern, die die Welt bedeuten. Und dann gibt es noch Offene Bühnen, auf der sich Künstlerinnen und Künstler präsentieren dürfen. Zwei Pfälzer Beispiele: Im Januar-Programm des Chawwerusch-Theaters steht wieder ein „Nachtcafé“-Termin mit offener Bühne (Fr 30.1., 21 Uhr), präsentiert von Danilo Fioriti; Anmelde-Info unter www.chawwerusch.de. Das Kulturzentrum „Das Haus“ in Ludwigshafen verbindet seinen Flohmarkt mit Auftrittsmöglichkeiten, gesucht seien originelle Darbietungen (erster Termin 2026 laut Programm: Sa 10.1., Info: dashaus-lu.de).
Trekking im Pfälzerwald
Auch die längste Wandertour im Pfälzerwald endet spätestens bei Sonnenuntergang. Wenn die Sonne hinter den Gipfeln versinkt, kehrt im Wald Ruhe ein. Doch es gibt Ausnahmen. Seit einigen Jahren kommen im Pfälzerwald all jene auf ihre Kosten, die gerne mit ihrem Rucksack auf Mehrtagestouren unterwegs sind und dabei in der Natur übernachten wollen. In Deutschland gerät man da häufig an die Grenzen des rechtlich Erlaubten. Denn entgegen dem skandinavischen Jedermannsrecht ist es in Deutschland nicht erlaubt, einfach so das Zelt im Wald aufzuschlagen und in der Natur zu übernachten. Insbesondere in Landschafts- und Naturschutzgebieten gelten strenge Regeln – und Strafen, wenn man doch erwischt wird. Seit einigen Jahren gibt es jedoch legale Möglichkeiten, im Pfälzerwald zu übernachten.
Auf 15 sogenannten Trekkingplätzen können Naturfreunde und Wanderenthusiasten ihr Camp für die Nacht aufschlagen. Die Plätze sind über die gesamte Region verteilt – vom Wasgau bis nach Enkenbach-Alsenborn. Wobei jedoch ein Großteil der Plätze eher im südlichen Teil des Pfälzerwaldes zu finden ist. Das Erlebnis, das auf die Wanderer wartet, ist atemberaubend. Das liegt vor allem an der Abgeschiedenheit der Plätze, die sich mitten im Wald befinden. Nach einem Tag im Pfälzerwald kann man einfach sein Zelt aufschlagen und die Nacht im Wald verbringen. Die Erfahrung, wenn nachts Kauze rufen und man morgens in einem nebelverhangenen, totenstillen Wald aufwacht, ist unbeschreiblich. Das Angebot ist entsprechend begehrt. Jedes Jahr im Herbst wird auf www.trekking-pfalz.de der Buchungskalender geöffnet. Dort gibt es auch alle weiteren Infos und Verhaltensregeln. Vor allem Plätze am Wochenende (pro Tag und Platz gibt es nur vier Zeltplätze) sind schnell ausgebucht. Wer zeitlich flexibel ist, hat an Tagen unter der Woche mehr Chancen. Schnell sein lohnt sich.
Tanz im Honigtopf
Wie fühlt es sich an, durch Honig zu waten? Kann man zäh wie ein Kaugummi tanzen? Ja, und zwar bei „Gaga“ im Mannheimer Eintanzhaus. Das ist nicht nur eine verrückte Tanzstunde für Menschen ab 16 Jahren. Sie ist auch heilsam, denn bei dieser Bewegungssprache, die nur von wenigen zertifizierten Profi-Tänzerinnen und Tänzern weltweit unterrichtet wird, spürt man tief in den Körper hinein. Man lernt, ihn gezielt und nach den eigenen Möglichkeiten anzusteuern. „Es geht nicht darum, das Bein höher zu reißen, sondern die Seele zu aktivieren“, sagte mal der israelische Choreograf Ohad Naharin, der sich „Gaga“ als Reaktion auf eine schwere Rückenverletzung Anfang der 2000er-Jahre ausgedacht und als Training für seine legendäre Batsheva Dance Company entwickelt hat. Inzwischen sind ganze Choreografen-Generationen nachgewachsen, die, genährt durch diese Sensibilität für den eigenen Körper, die Gruppe und den Raum, großartige Avantgarde-Stücke geschaffen haben.
Das Beste: Die Stunde „Gaga People“ im Mannheimer Eintanzhaus richtet sich explizit an Menschen ohne Tanzerfahrung, und man kann unverbindlich nur zu einzelnen Terminen reinschnuppern. Aber Achtung, es besteht Suchtgefahr. Denn das gemeinsame Erlebnis fühlt sich wie eine Party an – nur viel freier und ausgelassener. Ein Lächeln auf den Lippen und strahlende Augen sind garantiert! Termine gibt es im Mannheimer Eintanzhaus, ehemalige Trinitatiskirche in G4, übers Jahr verteilt montags, 20 bis 21 Uhr, demnächst am 19. Januar, 9. und 16. Februar. Tickets für die einzelne „Gaga“-Stunde kann man für 10 bis 20 Euro unkompliziert online kaufen über die Webseite: eintanzhaus.de/kurse/kurse.
Dinner im Dunkeln
Ich wollte es nicht glauben, aber so leicht findet die Hand mit einer Gabel den Mund im Stockdunklen tatsächlich nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der eben mit Mühe aufgespießte Bissen bis zum Zielort oft schon wieder runtergeplumpst ist. Und zu erschmecken, was man da genießt, ist auch nicht so einfach, wie es bei Lichte betrachtet erscheint. Trotzdem ist es ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Die kulinarische Selbsterfahrung bietet in der Pfalz beispielsweise Spitzenkoch Stefan Walch in seinem Gewölbekeller in Speyer an, alternativ mit Drei- oder Viergangmenü. Letzteres ist am Sa 17.1., 16.30-19.30 Uhr, zu erleben. Infos/Buchungen: gewoelbekeller-speyer.de/essen-im-dunkeln/
Schnitzelkurs? Warum nicht!
Manchmal ist das gewöhnlich Scheinende schon wieder ungewöhnlich: Kochkurse gibt es in allen möglichen Spielarten. Wo aber bleibt des Deutschen Lieblingsfutter – das gemeine Schnitzel? Auch dessen Zubereitung ist schließlich eine Kunst für sich. Ich bin bei der 1. Mannheimer Kochschule überraschenderweise fündig geworden: Am 11. Januar, 17 Uhr, zeigt dort das Küchenteam, wie „das perfekte Schnitzel“ gelingt – ob Wiener Art oder Saltimbocca. Es wird eine kleine Schnitzelmanufaktur aufgebaut, in der die Gäste vom fachgerechten Klopfen der Schnitzel bis zum Durchlaufen der Panierstraße und dem Braten der Schnitzel alles selbst erlernen. Am Ende landen die knusprigen Köstlichkeiten auf dem Teller der Hobbyköche: mannheimerkochschule.de
Von wegen altbacken: Bingo
Ein Spiel, dessen Name so simpel und eingängig ist wie seine Regeln: Bingo. Das Glücksspiel, das in seiner Urform schon im 16. Jahrhundert in Italien gespielt worden sein soll, diente während der Weltkriege Soldaten in den USA als Ablenkung, erlebte in den 50er-Jahren weltweit einen Hype und füllte Hallen – bevor es sich in den Weiten des Internets als digitales Glücksspiel verlor. Was in Großbritannien von der Jugend nun als analoges Comeback gefeiert wird, lockt auch in Deutschland längst ein jüngeres Publikum an den Spieltisch. Wie wird gespielt? Ganz einfach: Man bekommt eine Karte voller Zahlen, ein Moderator ruft die gezogenen Zahlen aus – und die Tischrunde prüft: Treffer oder daneben? Sobald eine Reihe voll ist, darf man „Bingo!“ rufen. Der Reiz liegt nicht nur im Gewinnen, sondern im gemeinsamen Moment. Ein bisschen Nervenkitzel, man lacht zusammen, hat einen lustigen Abend. In Londoner Clubs wird das aktuell mit einer Comedy-Show kombiniert. Auch in der Region tauchen immer öfter Bingoabende im Kalender auf. Im Weinland Weinbar Unique in Königsbach trifft man sich jeden ersten Dienstag im Monat zum Bingo. (Termine 2026: www.weinland-koenigsbach.de). Das wollen wir auf jeden Fall auch mal ausprobieren.
