Bis Jahresende Saisongenuss: Wild-Wochen in der Südpfalz

 Wildgerichte haben Hochsaison: In der Südpfalz machen Aktionswochen auf die Vorzüge aufmerksam.
Wildgerichte haben Hochsaison: In der Südpfalz machen Aktionswochen auf die Vorzüge aufmerksam.

Im Herbst beginnt die Hochsaison: Es wird wieder Wild getafelt. Zum Beispiel bei den „Wilden Wochen“ in der Südpfalz. Und das Schmausen hat sogar positive Nebeneffekte.

Wild auf Wild? Auch wenn Wildgerichte inzwischen das ganze Jahr über in der Gastronomie serviert werden und sich auch auf den Speisekarten vieler Pfälzer Lokale finden, beginnt doch jetzt im Herbst die Hochsaison. Und das Schmausen hat sogar noch einen positiven Nebeneffekt.

Die Freizeit-Experten vom Verein Südliche Weinstraße und von der Südpfalz-Touristik haben sich zur Saison etwas einfallen lassen, um Gäste mit der Verheißung besonderer Genüsse in die Südpfälzer Gastronomie zu locken: Die „Wilden Wochen“ laden zum kulinarischen Entdecken ein.

Leckerbissen: Rehrücken.
Leckerbissen: Rehrücken.

24 Südpfälzer Gastronomen servieren im November und Dezember Wildgerichte vom Rehrücken über das Filet vom Hirschkalb bis hin zu Spare Ribs vom Wildschwein. Die Betriebe beziehen ihr Fleisch dabei nachweislich direkt und ohne Umwege aus der gebietsansässigen Jagd, wie es in einem Flyer zu den Aktionswochen heißt. Das zubereitete Wildfleisch stamme aus dem Pfälzerwald, dem Bienwald und den Rheinauen und komme „direkt aus der Natur auf den Teller“, betonen die Initiatoren der „Wilden Wochen“ auch in einer gemeinsamen Presseankündigung.

Hinter den Aktionswochen, bei denen auch der Landesjagdverband mit im Boot ist, steckt ganz nebenbei die Idee, auf die Vorzüge heimischen Wildbrets aufmerksam zu machen. Es überzeuge nicht nur „durch seinen intensiven Geschmack, sondern auch durch seine hervorragenden Nährwerte“. Es sei eiweißreich, fettarm, vitamin- und mineralstoffreich und gleichzeitig eine der klimafreundlichsten Fleischarten: „Die Tiere leben in ihrem natürlichen Lebensraum, benötigen kein zugefüttertes Futter. Auch entfallen lange Transport- und Schlachtwege, die sonst mit hohem CO2-Ausstoß und Stress für die Tiere verbunden sind“, so der Jagdverband.

Info-Schild: Hier gibt es Wildbret aus heimischem Forst.
Info-Schild: Hier gibt es Wildbret aus heimischem Forst.

Demnach leisten die Jagd und der Verzehr heimischen Wildfleischs sogar noch darüber hinaus einen Beitrag zum Naturschutz: „Die Jagd erfüllt eine wichtige Funktion im Erhalt des ökologischen Gleichgewichts. Rehe und Hirsche ernähren sich bevorzugt von jungen Baumtrieben – bei zu hohen Wildbeständen kann dies die Artenvielfalt im Wald gefährden. Die kontrollierte Jagd hilft, die Balance zwischen Wildtierbestand und Waldentwicklung zu wahren“, informieren die Initiatoren der Wilden Wochen weiter.

Ob Wildbratwurst, Gulasch, Rehbraten oder feines Filet – nicht nur die Südpfälzer Küche zeigt sich während der Wildwochen von ihrer vielfältigen Seite. Die Gerichte werden oft mit weiteren regionalen Zutaten wie Esskastanien, Kürbis, Zwiebeln, Kartoffeln und Pfälzer Wein verfeinert. Wer Wildbret daheim zubereiten möchte, kann sich bei den Forstämtern, bei Metzgereien und Jägern informieren. Viele von ihnen bieten Fleisch zum Verkauf an – vom ganzen Wildschwein über küchenfertiges Gulasch bis hin zu Wildspezialitäten in Glas und Dose wie Bolognese, Chili con Carne oder Wilderertopf. Auch der Regionalladen im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz hat eine Auswahl an Produkten und Wildfleisch im Angebot.

Teilnehmende Restaurants der Südpfälzer Aktion »Wilde Wochen«

Annweiler:Zum Alten Kurhaus,

Zur Alten Gerberei

Edenkoben: Pfälzer Hof

Eußerthal:Birkenthaler Hof,

Landgasthof Klosterstübl

Herxheim-Hayna:Hotel Krone

Kandel: Kochs Restaurant,

Zum Riesen

Landau:Wein & Dein,

Fünf Bäuerlein,

Toms Näschtl

Landau-Wollmesheim:

Vögeli’s Weinnest

Leinsweiler:Hotel Castell,

Leinsweiler Hof

Maikammer:

Dorf-Chronik,

Das Waldhaus

Wörth-Maximiliansau:

Vater Rhein

St. Martin:Winzerhof,

Consulat des Weins

Silz:Gaststätte am Wild- & Wanderpark

Winden:Hofschänke

Zeiskam:Zeiskamer Mühle

Anbieter von Wild-Kochkursen

Wer Wild zu Hause fachgerecht zubereiten möchte, kann es beim Forstamt, bei Jägern oder im Regionalladen im Haus der Nachhaltigkeit kaufen und beispielsweise bei folgenden Pfälzer Kochschulen einen Wildkochkurse belegen. Diese sind oft ganz schnell ausgebucht. Freie Plätze gibt es auch bei den Genannten aktuell erst wieder 2026. Mitunter können individuelle Termine für Gruppen gebucht werden:

Bellheim: 1A Die Kochschule

Friedelsheim: Kochgut (1. Mannheimer Kochschule)

Hainfeld:Julius in der Pfalz

Landau:Goldbergs Kochschule

Venningen: Genusstur

Infos: soschmecktdiesuedpfalz.de/wildewochen; weitere Infos zu Jagd und Wild sowie Verkaufsstellen

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