Wandern im Pfälzerwald Pfalz-Klassiker bei St. Martin: Burg, Dichter und Auerochsen
Diese Wanderung bei St. Martin von acht Kilometern (280 Höhenmeter) kann fast schon als Pfalz-Klassiker betitelt werden. St. Martin, eines der beliebtesten Touristenörtchen der Region, und urige Einkehrmöglichkeiten liegen an der Strecke, verschlungene Pfade führen durch den Wald. Für alle, die das wollen, gibt es einen spirituellen Impuls obendrauf.
Die Rundwanderung beginnt am Parkplatz „Keltenweg“ direkt neben dem Friedhof in St. Martin, das an schönen Tagen von Besucherströmen regelrecht geflutet wird. Von dort führt der Weg vorbei am Feuerwehrhaus und ein kurzes Stück entlang der Totenkopfstraße in Richtung Ortsmitte.
Über die Friedhofstraße geht es hinein in das denkmalgeschützte Zentrum. Fachwerkhäuser und stattliche Weingüter säumen die Gässchen. Es geht durch die Maikammerer Straße, dann am offen gelegten Kropsbach entlang durch die Tanzstraße. An der Landmetzgerei links halten und schon steht man vor einer Statue des heiligen Martin. Der Namensgeber und Schutzpatron des Ortes thront hoch über einem Kriegsgefallenen-Denkmal. Links davon führt die Kellereistraße vorbei am Büro für Tourismus und auf steilen Treppen sowie einem Grasweg hinauf in die Weinberge.
Man überquert die Fahrstraße und steigt links auf dem Schlossweg hinauf zur Kropsburg. Die einstige Festung wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Das heutige Gebäude stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und ist in Privatbesitz – besichtigen kann man die Kropsburg nur von außen, aber man kann in der Burgschänke einkehren. Gegenüber der Burg liegt der König-Ludwig-Brunnen. Zwischen einem weiteren Kriegerdenkmal und einem Gedenkstein für den St. Martiner Maler Richard Platz führt der Weg weiter steil bergauf über den Ottilien-Kreuzweg. Nach der dritten Station zweigt rechts der Pfad zur Mariengrotte ab – einem besonderen Ort der Stille und Einkehr unterm Blätterdach des Waldes. Nach dem Vorbild der Grotte von Lourdes erbaut, ist sie heute Ziel vieler Wandersleut’ und Wallfahrer, die gerne unterhalb der Madonnenstatue rasten.
An der nächsten Weggabelung führt die Route links weiter, stößt kurz darauf auf die Markierung des Pfälzer Weinsteigs und biegt nach rechts zum Dichterhain ab. In einem ehemaligen Sandsteinbruch sind die Porträts zweier Mundartdichter und einer Dichterin eingemeißelt: August Heinrich, in der Pfalz besser bekannt als „Bellemer Heiner“, Fritz Claus und Lina Sommer.
Die Wanderung folgt nun der Markierung des „Rundwanderwegs Nr. 5“. Nach einem kurzen Anstieg und einer Rechtsbiegung verläuft der Pfad bequem auf breitem Waldweg, vorbei an zwei Parkplätzen (alternativer Einstieg in die Wanderung), über eine Treppe und entlang des Sandwiesenweihers zur Waldgaststätte „Haus an den Fichten“. Auf dem Gelände um den Weiher ist an schönen Tagen viel los. Ein Barfußpfad lockt Familien mit Kind und Kegel, auf der anderen Seite des Sees liegt die St. Martiner Grillhütte am Gehege der Auerochsen, deren Heimat das Tal ist.
Gegenüber vom Haus an den Fichten weist ein gelbes Schild den Rückweg in Richtung St. Martin. Ein schmaler Pfad führt zunächst zurück zu den Parkplätzen, dann folgt der Weg dem grün-weißen Balkenzeichen entlang des Kropsbachs hinunter ins Tal. Kurz vor dem Ortseingang lädt der Bellachini-Weiher mit Wasserfontäne zu einer letzten Rast ein – benannt nach dem Magier Franz Schweizer alias „Bellachini“, einem populären Zauberkünstler des frühen 20. Jahrhunderts. Der Rückweg führt durch die Einlaubstraße und weiter durch Mühlstraße und Tanzstraße zurück zum Ausgangspunkt am Parkplatz.
Einkehrmöglichkeiten: www.burgschaenke-kropsburg.de; www.haus-an-den-fichten.de; www.grillhuette-pfalz.de; Info: stmartin.suedlicheweinstrasse.de



