Am 18. und 19. April Mit der Weinhoheit vorab an den Schauplätzen von „Wein am Dom“

Bei schönstem Wetter: Treffen mit der Pfälzischen Weinkönigin Anna Antonia Cölsch vorm Speyerer Dom.
Bei schönstem Wetter: Treffen mit der Pfälzischen Weinkönigin Anna Antonia Cölsch vorm Speyerer Dom.

Durch die Speyerer Flaniermeile führt der Spaziergang mit der Pfälzischen Weinkönigin zu den Schauplätzen von „Wein am Dom“ – Einblicke und Vorschau auf die Messe.

„Der Kulturhof ist auf der anderen Seite.“ Die Dame von der Städtischen Galerie ist sehr zuvorkommend, als sie Anna Antonia Cölsch und mich vor dem Schaufenster in der Flachsgasse sieht. Ohne ihr Krönchen und in lässig-elegantem Casual-Look mit Jeans und Trenchcoat ist Anna Antonia nicht sofort als Pfälzische Weinkönigin auszumachen. Gerade hat sie in ihrem Handy geschaut, ob die Galerie wie in den vergangenen Jahren zu den Veranstaltungsorten von „Wein am Dom“ gehören wird. Die Frühlingsweinmesse ist auf mehrere Schauplätze in der historischen Speyerer Altstadt verteilt – und wir wollen uns bei unserem Treffen vorab ein Bild davon machen.

Entspannte Genießeratmosphäre bei „Wein am Dom“: im Kulturhof Flachsgasse.
Entspannte Genießeratmosphäre bei »Wein am Dom«: im Kulturhof Flachsgasse.

Der Kulturhof wird sich jedenfalls sicher wieder in eine trubelige Verkostungsmeile verwandeln. Die freundliche Frau öffnet die Glastür mit der Aufschrift „kein Zutritt“, um uns ausnahmsweise dort ins Foyer hineinzulassen und den Weg in den Hof auf der anderen Seite abzukürzen. Hier im zentralen Hof wird in diesem Jahr sogar eine Premiere von „Wein am Dom“ über die Bühne gehen: Wer für den Verkostungsmarathon in den richtigen Flow kommen möchte, kann dort einen Kurs „Yoga & Wein“ besuchen (18./19.4., jeweils 10 und 11 Uhr). Dieser verbinde alle Komponenten, die es zum Wohlfühlen brauche, werben die Veranstalter.

Genuss in der Luft

Jetzt, Mitte März, gibt es natürlich weder von „Wein am Dom“ noch vom Yogakurs eine Spur im Kulturhof. Genuss liegt indes in Speyer überall in der Luft. Die Maximilianstraße, Hauptschlagader der Altstadt, ist unter dem blauen Frühlingshimmel von gut gelaunten Menschen bevölkert. Wir haben uns eben dort am Domnapf getroffen. Zum Anstoßen vorm Dom passe für sie ein Winzersekt – „ich bin leidenschaftlicher Sektfan“, antwortet die sympathische junge Frau auf die Frage, welchen Wein sie denn mit dem Gotteshaus verbinde, der größten erhaltenen romanischen Kirche der Welt. „Aber der Dom gehört auch zum Pfalz-Klischee, da wäre eine klassische Rieslingschorle ebenso gut“, ergänzt sie, als wir losziehen.

Als Quereinsteigerin begeistert vom Thema Wein: Weinkönigin Anna Antonia Cölsch.
Als Quereinsteigerin begeistert vom Thema Wein: Weinkönigin Anna Antonia Cölsch.

Und schon wird die Begeisterung für ihr Amt spürbar. Es sei sehr einnehmend, räumt sie ein, „aber ich bin dankbar dafür.“ Ahnung hat sie von der Materie jede Menge mit ihrem Studium der internationalen Weinwirtschaft, auch wenn sie nicht aus einem Weingut stammt, sondern ein Praktikum bei Bassermann-Jordan ihr Interesse am Wein weckte. Die Zeit als Weinhoheit „hat meinen Weinhorizont noch mal erweitert“, sagt sie und schwärmt von der „Faszination Wein“, den sie mit Heimat, Identität, der Pfalz allgemein verbinde. Von Speyer ist Anna Antonia nicht minder fasziniert. Sie sei in der Nähe der Domstadt aufgewachsen, schon als Kind oft im Historischen Museum gewesen. Vor allem die „Playmobil“-Ausstellung dort hatte es ihr angetan, wie sie erzählt.

Beliebt: Historisches Museum der Pfalz in Speyer.
Beliebt: Historisches Museum der Pfalz in Speyer.

Auch das Historische Museum ist Schauplatz von „Wein am Dom“. Neuland ist die Route für Anna Antonia also keineswegs, auf die sie Besucherinnen und Besucher bei messebegleitenden Winewalks führen wird, den Fokus auf Messeschwerpunkte gerichtet. Insgesamt präsentiert „Wein am Dom“ rund 700 Weine und Sekte von über 110 renommierten Weingütern und Genossenschaften. Auch die Gewinnerweine des Wettbewerbs „Best of Wein am Dom“ zählen dazu, die Ende März gekürt wurden. Da ist nicht nur die Expertise der Pfälzischen Weinkönigin willkommen. Auch die Pfälzische Weinprinzessin Susanna Singer und die ehemalige Weinhoheit Manuel Reuther laden zu Weinführungen ein.

Heimstätte vieler Kulturvereine: Alter Stadtsaal.
Heimstätte vieler Kulturvereine: Alter Stadtsaal.

Wir schlendern entspannt zu zwei weiteren Messelocations: zum Rathaus, einem prachtvollen Spätbarockbau aus den Jahren 1712 bis 1726, und zum Alten Stadtsaal daneben, der als kulturelles Herz des Rathausensembles gilt. Letzterer ist Heimstatt des Kinder- und Jugendtheaters Speyer und von weiteren sieben Vereinen aus Theater, Film, Kabarett und Musik. Bei „Wein am Dom“ spielt der schlichte Eleganz ausstrahlende, 2020 nach einer Grundsanierung neueröffnete Theatersaal mit dem prägnanten Kronleuchter eine zentrale Rolle als Ausschankstelle für Verkostungen. Schon von außen strahlt der rote Sandsteinbau eine gewisse Würde aus, die sich gut mit Weingenuss verbinden lässt.

Zum Wohl: im Ratssaal.
Zum Wohl: im Ratssaal.

Alle Locations liegen nahe beieinander und haben viel Flair. Während wir uns nun zur Korngasse hin orientieren, um als letzte Veranstaltungsstätte noch das Sophie-La-Roche-Haus schräg gegenüber zu besuchen, strömt eine Hochzeitsgesellschaft aus dem Rathaus heraus. Der Korken knallt.

Spannend: Galerie Kulturraum.
Spannend: Galerie Kulturraum.

Das ebenfalls historische Sophie-La-Roche-Haus – von 1780 bis 1786 Wohnsitz der Schriftstellerin und heute Gedenkstätte für sie – beheimatet die Galerie Kulturraum. Auch sie zählt zu den Veranstaltungsorten von „Wein am Dom“. Auf dem kurzen Spaziergang offenbart sich noch einmal die sprichwörtliche Pfälzer Lebensfreude, von der die Pfälzische Weinkönigin so schwärmt: Am St. Georgsbrunnen macht ein Pianist mit einem Klavier auf Rollen Station. Den Hocker auf einer Getränkekiste platziert, spielt er hingebungsvoll, während Passanten innehalten, ihm eine Münze oder gar einen Schein in sein Kässchen werfen und die Gäste des Cafés nebenan bei Kaffee und Kuchen, einem Glas Wein oder einem perlenden Sekt lauschen. Das passt: Sekt, Wein und Pfälzer Lebensfreude – dafür stehen auch die Pfälzische Weinkönigin und die Messe „Wein am Dom“.

Altehrwürdig: Rathaus.
Altehrwürdig: Rathaus.

Messe-Infos

„Wein am Dom“: 18./19.4., Sa 12-18 Uhr, So 11-17 Uhr, Speyer, Historisches Museum (Domplatz), Historischer Ratssaal (Maximilianstraße 12), Kulturhof Flachsgasse (Flachsgasse 3), Galerie Kulturraum (La-Roche-Haus, Maximilianstraße 99). An der zentralen Stelle vor der Pilgerstatue, Maximilianstraße 97-99, erhalten die Gäste ihre Einlassbändchen und den Messekatalog.

Tickets und Eintrittspreise: Tagestickets (35 Euro) und Zwei-Tages-Tickets (50 Euro) auf https://shops.ticketmasterpartners.com/wein-am-dom; VRN-Ticket in der Eintrittskarte enthalten

Winewalks: Sa 13.30 Uhr und So 12.30 Uhr:

„Sieger im Glas – Die besten Weine der Messe“ mit der Pfälzischen Weinkönigin Anna Antonia Cölsch

„Pink Pfalz – Rosé-Highlights mit Finesse“ mit der Pfälzischen Weinprinzessin Susanna Singer

„Burgunder Power – Pfälzer Burgunder im Fokus“ mit der ehemaligen Pfälzischen Weinhoheit Manuel Reuther

Winewalks: Sa 16 Uhr und So 15 Uhr:

„Prickelnde Pfalz – perlende Sektmomente bei Wein am Dom“ mit Anna Antonia Cölsch

„Aroma Pur – Sauvignon Blanc, Muskateller & Co“ mit Susanna Singer

„No & low – alkoholfreie & alkoholarme Weine“ mit Manuel Reuther

Weitere Infos: www.wein-am-dom.de

Pairing-Tipps zu Wettbewerbsweinen

Kaum waren die Weine des Wettbewerbs „Best of Wein am Dom“ verkostet, hatte Weinkönigin Anna Antonia Cölsch für LEO dazu drei Pairing-Tipps parat:

Pinot Sekt Brut 2022 vom Weingut Klein aus Hainfeld

„Wir erleben im Moment eine Pfälzer Sektrevolution“, findet Cölsch. „Das Bild von Sekt als reinem Aperitif ist überholt – auch zum Essen werden diese Sekte immer interessanter oder auch einfach als Solo-Getränk den ganzen Abend über!“

Ihr Pairing-Tipp: „Frisch, kühl, charakterstark! Diesen Schaumwein würde ich an einem entspannten Abend mit Freunden im Garten oder in einer Weinbar an der Weinstraße trinken. Eines meiner liebsten Pairings: Pommes und Sekt – generell funktioniert Frittiertes super dazu, denn Säure und Perlage gleichen Salz und Fett wunderbar aus und schaffen ein sehr angenehm ausgeglichenes Mundgefühl. Mir macht dieser Sekt auch Lust auf moderne Pfälzer Tapas oder Flammkuchen. Grob kann man sich merken: Zu charaktervollen Pfälzer Sekten passt vieles, das salzig, fettig, knusprig, leicht und frisch ist.“

Asselheimer Spätburgunder 2023 vom Weingut Karl-Heinz Gaul aus Sausenheim

„Dieser Wein ist beinahe die Definition eines wunderschönen, klassischen Pfälzer Spätburgunders“, sagt Cölsch. In der Nase rieche er etwas „nach Waldboden, nach feuchter Erde und Moos, nach herben Kräutern und nach dezenten Röstaromen – trotzdem auch mit einer ruhigen Frucht von Brombeeren“.

Ihr Pairing-Tipp: „Dieser elegante Ortswein der beiden Gaul-Schwestern ist nicht zu schwer und zeigt am Gaumen eine wunderschöne, ruhige und sehr gut eingebundene Säurestruktur. Damit schreit er nach Umami, Röstaromen und etwas Fett im Gericht sowie erdigen Aromen von Pilzen und Wurzelgemüse, er braucht keine extremen Gewürze und passt auch zu leichter Cremigkeit, etwa zu einem Pilzrisotto, aber auch zu einer cremigen Mousse au chocolat.

Römerbrunnen Riesling trocken 2025 vom Weingut Naegele aus Hambach

„Der Geruch nach Heimat“, fällt der Weinhoheit zu diesem Tropfen ein. „Heimische Früchte, gelbes Steinobst wie Aprikose und saftige Weinbergspfirsiche, Zitrusaromen von feiner Limette, leicht grün, mit angenehmen Kräuteraromen und einem leicht nussigen Hauch. Und das alles gepaart mit einer schön präsenten, aber angenehmen Riesling-Säure.“

Ihr Pairing-Tipp: „Aus dem größten Riesling-Anbaugebiet der Welt stammend, darf das Pairing hier gern regional bleiben. Weil Säure und Fett wunderbar zusammenarbeiten, passt ein Pfälzer Teller mit Bratkartoffeln. Durch die Kombination aus Säure und ruhiger Frucht wären auch ein leichtes Fischgericht oder Spargel mit Grumbeere und einer schweren Hollandaise-Soße ideal dazu.“

Kein Titel (3000 x 2000 px)

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