Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Kochbuch- und Krimiautorin Gina Greifenstein im Gespräch

Krimi- und Kochbuchautorin: Gina Greifenstein.
Krimi- und Kochbuchautorin: Gina Greifenstein.

Von der »Knödelakademie« zur Buchautorin: Über ihren Werdegang berichtet die Pfälzer Buchautorin Gina Greifenstein im Gespräch mit Martina Sema-Weiß. Und sie verrät Rezepte.

In ihrem neuen Regionalkrimi „Grumbeersupp“ wird es unappetitlich: In der Dose einer Suppenmanufaktur schwimmt ein Finger! Paula Stern und Bernd Keeser müssen als Ermittler in ihrem zehnten Fall schnellstens herausfinden, was passiert ist ... Wer Gina Greifenstein, die Pfälzer Schriftstellerin mit fränkischen Wurzeln, kennt, weiß aber, dass sie als Koch- und Backbuchautorin auch viel Appetitliches anzurichten weiß. Der LEO-Redaktion hat sie zwei Rezepte aus ihrem noch nicht erschienenen Spargelkochbuch verraten – und Fragen zu Küche, Karriere und Zukunftsplänen beantwortet.

Was schätzen Sie an der Kombination Kartoffeln und Spargel?
Kartoffeln – vor allem Neue Kartoffeln – und Spargel sind wie ,Yin und Yang’, die passen einfach perfekt zusammen.

Haben Sie Tipps für den Kartoffelkauf?
Beim Kauf der Kartoffeln achte ich darauf, dass sie eine glatte feste Schale haben und noch nicht keimen. Grüne Stellen vor dem Kochen immer großzügig wegschneiden, denn sie enthalten einen Giftstoff, das gesundheitsschädliche Solanin.

Wenn ich mich erstmals selbst an Spargel wage, was sollte ich beachten?
Beim Einkauf von Spargel muss man immer auf die Frische achten, die man ganz leicht prüfen kann: Quietscht es leise, wenn man die Stangen aneinander reibt, dann sind sie frisch. Beim Kochen sollte man darauf achten, dass die Stangen gut geschält sind. Harte Fasern zwischen den Zähnen sind unangenehm. Auch der holzige Teil am unteren Ende sollte abgeschnitten werden. Zum Kochen immer etwas Salz, Zitronensaft, Zucker und Butter ins Kochwasser geben – das nimmt dem „weißen Gold“ die Bitterstoffe. Aufpassen, dass die Stangen nicht zu lang gekocht werden – ein klein wenig Biss kann ruhig noch sein. Und: Stets die Schalen mitkochen – dann wird das Kochwasser zu einer wunderbaren Basis für eine Spargelsuppe!

Pflanzen Sie einen Teil Ihrer Lebensmittel selbst an oder haben Sie, bei aller Vielseitigkeit, keinen grünen Daumen?
Ich baue mein Gemüse nicht selbst an, auch wenn es die Größe des Gartens locker zuließe. Aber dafür fehlt mir einfach die Zeit – Bücher schreiben sich nun mal nicht alleine ... Und ich weiß nicht, ob mein Daumen dafür tatsächlich grün genug wäre.

Sie sind ausgebildete Hauswirtschafterin und kombinieren seit Jahren in der Pfalz Ihre Leidenschaft fürs Schreiben und Kochen, veröffentlichen Krimis und Kochbücher, servieren bei mancher Lesung sogar Kostproben. Versetzen Sie sich bitte noch mal kurz in die Vergangenheit: Wie alt waren Sie, als Sie Hauswirtschaft gelernt haben?
Gekocht und vor allem gebacken habe ich schon als junges Mädchen sehr gerne – da lag es nahe, eine Ausbildung mit Kochen zu machen. Warum nicht gleich Köchin? Keine Ahnung. Ich war 16, als ich damit begann. Es war eine großteils schulische Ausbildung, aber mit begleitenden Ausflügen in die Praxis, in Form von wochenweisen Einsätzen in Großküchen, zum Beispiel der zum Bildungszentrum gehörigen Küche der Schulmensa, in der ich damals gelandet bin. Ich hatte jedoch das Glück, sehr bald in die Versuchsküche der „Knödelakademie“ – so wurde meine Ausbildungsstätte in Würzburg auch genannt – wechseln zu können, was dann wohl der Grundstein für mich war, auch nach der Ausbildung immer wieder Neues in der Küche auszuprobieren.

Was ist der jungen Gina in dieser Ausbildung leicht-, was schwergefallen?
Die Kochausbildung ist mir sehr leichtgefallen, und ich schöpfe heute noch aus diesem Fundus aus Grundwissen rund um Essen und Essenszubereitung. Was mir bei der Ausbildung schwerfiel, war der Nähunterricht, der auch dazugehörte – ich wollte einfach nur kochen lernen. Trotzdem habe ich nie in diesem Beruf gearbeitet. Gleich im Anschluss habe ich das Abitur nachgemacht und dann Pädagogik an der Uni Würzburg studiert. Allerdings nur, bis ich mit meinem Sohn schwanger war.

Zurück in die Gegenwart und zu Ihrer zweiten Leidenschaft, dem Bücherschreiben. Welche Buchprojekte stehen an, sei es im Genuss- oder Krimi-Bereich?
Als Nächstes gibt es wieder einen Weihnachtsroman bei Piper: „Weihnachtswunder für Anfänger“. Der kann tatsächlich schon vorbestellt werden. Noch vor dem Sommerurlaub werde ich einen Frühlingsroman schreiben: „Herzgeflimmer und Narzissen“. Er wird im Frühjahr 2027 erscheinen und ist die Fortsetzung des letzten Weihnachtsromans „Liebeskummer und Lametta“. Und nach dem Urlaub wird es dann endlich wieder kriminell an meinem Schreibtisch, denn dann geht es sofort an den nächsten Pfalz-Krimi, den der Emons Verlag schon bei mir bestellt hat – der kommt dann im Herbst ’27 auf den Markt. Für das Spargelkochbuch, das so gut wie fertig ist, habe ich leider noch keinen Verlag. Und irgendwie arbeite ich immer am nächsten Backbuch ...

Und was macht Gina Greifenstein, um sich vom Kochen und Krimischreiben zu erholen?
Motorrad fahren. Im Garten arbeiten und verzweifelt versuchen, den irgendwie nicht zum Urwald werden zu lassen. Lesen – aber das leider viel zu selten. Gut essen gehen – am liebsten mit guten Freunden. Gelegentlich ins Kino gehen. Und natürlich Zeit mit den Kindern und den entzückenden Enkeln verbringen.

Gina Greifenstein: »Grumbeersupp«, Regionalkrimi, 256 Seiten, Broschur, Emons 2026, 14 Euro; Termine der Lesungen, teils mit kulinarischen Kostproben, im Internet unter www.gina-greifenstein.de

Perfektes Paar: Rezepte von Gina Greifenstein mit Kartoffeln und Spargel

Kartoffel-Spargel-Gemüse

Zutaten für 4 Personen:

Für den Spargel: 300 g weißer Spargel, 300 g grüner Spargel, 1 l Wasser, 1 TL Salz, 1 TL Zucker, 25 g Butter, 1 Bio-Zitrone

Außerdem: 500 g Pellkartoffeln, 1 Zwiebel, 50 g Butter

2 gehäufte EL Mehl, 400 ml Spargelkochwasser, 400 ml Milch, Salz, Pfeffer, ein Bund frische Petersilie

Zubereitung:

Den weißen Spargel ganz, vom grünen Spargel das untere Drittel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Schalen und Enden mit dem Wasser, Salz, Zucker und Butter in einem großen flachen Topf zum Kochen bringen. Die Zitrone heiß waschen, 1/3 davon abschneiden und in den Topf geben. Wenn das Wasser kocht, zuerst den weißen Spargel hineingeben und 5 Minuten später den grünen. Bissfest kochen, dann mit einer Spargelzange herausholen und abtropfen lassen.

Unermüdlich: Frisch aus Gina Greifensteins Küche kommt dieses Kartoffel-Spargel-Gemüse-Rezept.
Unermüdlich: Frisch aus Gina Greifensteins Küche kommt dieses Kartoffel-Spargel-Gemüse-Rezept.

Die Kartoffeln schälen, längs halbieren und in Scheiben schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Den Spargel in drei Zentimeter lange Stücke schneiden. 400 ml Spargelkochwasser abmessen, die Milch in den Messbecher dazu geben.

Die Butter in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig braten. Mit dem Mehl bestäuben, gut verrühren und mit der Flüssigkeit unter Rühren (am besten mit einem Schneebesen) aufkochen lassen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Herdplatte ausschalten. Die Kartoffelscheiben und Spargelstücke untermischen und alles gut durchziehen lassen.

Die Petersilie kalt abbrausen und gut trockenschütteln. Grob hacken, ca. 3 gehäufte EL unter das Gemüse mischen.

Dazu passt etwa Fisch, paniertes Schnitzel oder Kotelett, Frikadellen, Hackbraten.

Spargel-Kartoffel-Gratin – italienisch

Zutaten für 4 Personen

Für das Gemüse: 8 große gekochte Kartoffeln, 800 g grüner Spargel

Für den Ei-Sahne-Guss: 2 Knoblauchzehen, 400 g Sahne, 4 Eier,

Salz, Pfeffer, 1 TL getrockneten Dill

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und quer in fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden. Den Spargel waschen und abtrocknen. Unteres Drittel schälen und holzige Enden abschneiden. Stangen in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Jetzt dicht und schuppenförmig in abwechselnden Reihen in eine große Auflaufform schichten.

Den Backofen auf 200° vorheizen. Für den Ei-Sahne-Guss den Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Die Sahne, die Eier und den Knoblauch in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen verquirlen. Mit Salz, Pfeffer und Dill kräftig abschmecken und vorsichtig über das geschichtete Gemüse gießen. Im Ofen (unten, Unter- und Oberhitze) 35-40 Minuten goldbraun backen.

Das passt dazu: Hähnchen, Fisch, Leber oder auch Gegrilltes.

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Hast du die Pfalz im Blut?

Liebst du die Pfalz genauso wie wir? Gehst du gerne auf Weinfeste? Kennst du dieses Pfalzgefühl, das sich nicht beschreiben lässt, weil man es einfach erleben muss? Hier gibt es Artikel für alle Pfälzer, die die Pfalz im Herzen tragen. Für alle, die wissen, wo Hettrum, Hääschde und Harschem liegen. Und für alle, die warme Sommerabende am liebsten mit ihren Freunden und Dubbeglas in der Hand verbringen.

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