9. bis 19. Oktober Inklusives Theaterfestival: Grenzenlos Kultur in Mainz
Von einem Agatha-Christie-Evergreen bis hin zu „Carmen“: Die kleineren Spielstätten des Staatstheaters in Mainz verwandeln sich wieder zu Schauplätzen des inklusiven Theaterfestivals „Grenzenlos Kultur“. Unter dem Motto des rheinland-pfälzischen Kultursommers „Forever young?“ stehen dann auch „Klassiker“ auf dem Programm, wie etwa „Hamlet“ zum Auftakt. Doch die Stoffe werden unkonventionell umgesetzt.
Zwölf Tanz- und Theaterproduktionen sind zu diesem etablierten Festival eingeladen, bei dem behinderte und nicht behinderte Künstlerinnen und Künstler gemeinsam auf der Bühne stehen und für das die online verfügbaren Karten teils schon knapp werden. Zu den Themen zählen nicht nur Träume, Sexualität oder Identitätssuche, sondern auch die „Widerständigkeit in Krisenzeiten“, wie es die Mainzer erläutern. Was kann Gemeinsamkeit in unruhigen Zeiten bewirken, ist nämlich die Frage, die sich die Monkey Mind Company in Zusammenarbeit mit der Unmute Dance Company aus Südafrika in Lisi Estaras’ inklusivem Tanzstück „What We Can Do Together“ stellt (Fr 17.10., 19.30 Uhr, Kleines Haus; in verschiedenen Lautsprachen und Gebärdensprache mit deutschen und englischen Übertiteln).
Milan Peschel als Regisseur
Der „Mord im Orient-Express“ von Agatha Christie, der Queen des Kriminalromans, hat das Berliner Rambazamba-Theater zu einem „Mord im Regionalexpress“ inspiriert. Gesucht wird zunächst ein Kunstwerk: „Peter im Tierpark“ von Harald Hakenbeck (Jahrgang 1926), das in vielen Schulen der DDR hing. Auch eine Leiche kommt im Stück vor, aber kann man überhaupt von Mord sprechen? Regisseur Milan Peschel, bekannt als Fernseh- und Kino-Schauspieler, bebildere gemeinsam mit den Schauspielern „in pointierten Dialogen die Absurditäten des Alltags und die postdramatische Zeitenwende“, ist auf der Rambazamba-Website zu lesen. Die Ankündigung des Staatstheaters Mainz spricht von einer „ als Krimikomödie getarnten Suche nach Identität“ (Sa 18.10., 19.30 Uhr, Kleines Haus).
Zum Abschluss des Grenzenlos-Festivals zeigt das Theater Stap aus Belgien gemeinsam mit der Compagnie Ladewijk/Louis „Carmen“, also Bizets vor 150 Jahren uraufgeführte Oper – als „Ode an Nonkonformismus und ungezügelte Leidenschaft“ inszeniert. Aus der berühmten Musik werde ein Live-Soundtrack, der rocke und bewege (Sonntag, 19.10, 18 Uhr, Kleines Haus, niederländische Lautsprache mit deutschen Übertiteln).
Die Veranstalter des inklusiven Theaterfestivals sind die Lebenshilfe Kunst und Kultur gGmbH sowie das Staatstheater Mainz, gefördert von „Aktion Mensch“ und dem Kultursommer Rheinland-Pfalz.
Barrierefreiheit bei Grenzenlos Kultur in Mainz
Zum Thema Barrierefreiheit teilt das Staatstheater mit, alle Spielstätten seien rollstuhlgerecht und für mobilitätseingeschränkte Menschen barrierefrei zugänglich. Für viele Aufführungen gebe es einen Vor-Einlass (Early Boarding), Audiodeskription, Übertitelung oder Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache (DGS). Zum Begleitprogramm zählen auch Begegnungen in der „Kakadu“-Bar des Staatstheaters Mainz, wo das Publikum mit Künstlern ins Gespräch kommen kann.
Grenzenlos Kultur Vol. 27., 9.-19.10., Mainz, Staatstheater, verschiedene Spielstätten, grenzenlos-kultur.de, Karten: www.staatstheater-mainz.com
