Von 7. bis 10. Mai Im Rausch der Zwanziger: Stationentheater auf dem Slevogthof

Impression Leinsweiler: Stationentheater mit David Meyer als Max Slevogt.
Impression Leinsweiler: Stationentheater mit David Meyer als Max Slevogt.

Max Slevogt zwischen Berlin und Neukastel: Ein musikalisches Stationentheater auf dem Slevogthof bei Leinsweiler versetzt den Maler in den Rausch der „Goldenen Zwanziger“.

Sich Max Slevogt in „Babylon Berlin“ zu denken, fällt schwer. Was sollte der gemütlich-beleibte Bartträger, der so gerne mit lockerem Pinselstrich Südpfälzer Landschaften auf die Leinwand warf, im hauptstädtischen Kokain- und Hot Jazz-Dunst der Zwanziger Jahre verloren haben?

Tatsächlich aber bildete Berlin bereits ab 1901 einen Fixpunkt im Leben des 1868 in Bayern geborenen Malers, der 1898 eine Pfälzerin aus Godramstein, Antonie Finkler, geheiratet hatte. Slevogt war Mitglied der „Berliner Secession“, in der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die fortschrittlichen Kräfte sammelten. Ab 1917 leitete der deutsche Impressionist eine Meisterklasse an der Berliner Akademie der Künste, die Slevogt 1928, zum 60. Geburtstag des Malers, mit einer großen Ausstellung ehrte.

Parallel dazu baute Max Slevogt sein Standbein in der Pfalz aus. 1914 erwarb er das Schlossgut Neukastel, heute besser als Slevogthof bekannt. Und während der Berliner Bär zu ganz anderen Rhythmen steppte, malte der Impressionist das Musikzimmer seines Anwesens mit Szenen aus Opern von Mozart und Wagner aus.

Szene in des Malers Musikzimmer: Saxophonist Christoph Krzeslack, im Hintergrund David Meyer.
Szene in des Malers Musikzimmer: Saxophonist Christoph Krzeslack, im Hintergrund David Meyer.

Beide Slevogt-Welten, Berlin und Neukastel, soll nun ein Musik-Stationentheater zusammenbringen: „Im Rausch der Zwanziger“ ist ein Beitrag zum Kultursommer Rheinland-Pfalz und von 7. bis 10. Mai auf dem Slevogthof zu sehen. Pro Abend gibt es vier Startzeiten. An vier Stationen werden Szenen von jeweils etwa 20 Minuten Spieldauer gezeigt.

In die Rolle des deutschen Impressionisten schlüpft dabei der Schauspieler David Meyer. Einen Einblick in das Leben von Slevogts Frau „Nini“ geben die Schauspielerin Berit Möller und die Cellistin Regina Wilke. Und im Musikzimmer stellen der Pianist Adrian Rinck und Saxophonist Christoph Krzeslack einen Bezug zu Max Slevogts Fresken her, indem sie Motive aus zwei Lieblingsopern des Malers, Mozarts „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“, in Jazz-Manier interpretieren.

Termine

Im Rausch der Zwanziger: Berlin, Neukastel, Slevogt – 7.-10.5., Leinsweiler, Schlossgut Neukastel/Slevogthof, jeweils 18.30, 18.50, 19.10 und 19.30 Uhr (in vier kleinen Gruppen), Parken: Sonnenberghalle (von dort Shuttlebus), Karten und Info: www.slevogthof.de

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