Weinwelt
Huxelrebe: Bukettwein als Nischenprodukt
Mit nur 650 Hektar, also nicht einmal einem Prozent der deutschen Weinanbaufläche, zählt die Huxelrebe zu den seltenen Rebsorten in Deutschland. Der Anbau der Huxelrebe findet größtenteils in der Pfalz, an der Nahe und in Rheinhessen statt. Aber auch hier ist die Rebsorte Huxel „auf dem absteigenden Ast“, wie Experten feststellen. Nicht wenige Winzer sehen keine Zukunft mehr für die Rebsorte, die anfällig für Pilzerkrankungen und aufwendig in der Pflege ist. Auch der Trend hin zu trocken ausgebauten Weinen ist ein Grund dafür. Laut Statistischem Bundesamt ist die Rebfläche in der Pfalz von 2009 mit 1.804.120 bis 2024 mit 822.164 Quadratmeter stark rückläufig.
Von Georg Scheu gekreuzt
Die Weißweinsorte Huxelrebe wurde 1927 in der Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey von Georg Scheu aus Weißem Gutedel und Courtillier Musqué gekreuzt. Ihren Namen hat sie von dem Winzer Fritz Huxel aus Westhofen in Rheinhessen, der sie in den 1950er Jahren als erster umfangreich anbaute. Ihre Vorzüge sah er unter anderem im ausgeprägten Aroma, dem sogenannten Bukett, aber auch in der Lagerfähigkeit. Joachim Raabe vom Weingut Raabe erklärt: „Die Huxelrebe bringt sehr hochwertige Weine hervor, in erster Linie Süßweine als Aperitif oder Dessertweine.“ Aufgrund der quirligen Säure seien die Weine sehr gut lagerfähig, somit auch nach einigen Jahren noch frisch und geschmackvoll.
2024er Pfälzer Seligkeit im Sortiment
In Raabes Weinsortiment gibt es eine 2024er Pfälzer Seligkeit Huxelrebe süß, die er mit folgenden Worten beschreibt: „Intensiv duftende Aromen von Ananas, Honigmelone, Litschi, Mango und Zitrusfrüchten. Im Mund setzt sich die Frucht-Explosion fort, mit schöner Saftigkeit und Trinkfluss.“ Gewachsen in besten Lagen um St. Martin, werde der Wein mit mehrfach selektioniertem Lesegut erzeugt. „Er ist ideal zu fruchtigen asiatischen Gerichten, kräftigen Käseplatten und exotischen Süßspeisen“, empfiehlt er.
Den rückläufigen Trend bestätigt der Winzer aus St. Martin. „Ja, das stimmt“, sagt Raabe, räumt aber ein: „Wir verkaufen mehr Huxel als noch vor fünf Jahren.“ Für ihn ergänzt die Huxelrebe das vielfältige Sortiment der Pfalz, weshalb er sie als „Randprodukt mit Zukunft“ einschätzt. „Es ist eine gewisse Spezialität, welche von Süßwein Liebhabern geschätzt wird“, so Raabe abschließend.

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