Bis 22. März Glanrindwochen: Regionalität und Nachhaltigkeit im Fokus
Das Glanrind war vom Aussterben bedroht, doch Erzeuger, Gastronomen und Genießer sind wieder auf den Geschmack gekommen. Jetzt steht die robuste, genügsame und langlebige Nutztierrasse im Blickpunkt von Aktionswochen am Donnersberg und darüber hinaus.
„Während der Donnersberger Glanrindwochen dürfen sich alle Feinschmecker und Genießer auf erlesene Köstlichkeiten rund um das heimische Glanrind freuen“, verspricht der Donnersberg-Touristik-Verband, der die Aktionswochen initiiert hat. „Regionalität und Nachhaltigkeit stehen hierbei im Fokus der Partnerbetriebe. Diese beziehen für den Aktionszeitraum von 7. bis 22. März ein halbes Rind direkt beim Erzeuger, das komplett verarbeitet wird.“
Fleisch direkt vom Erzeuger
Wer gerne selbst Gerichte vom Glanrind zubereiten möchte, hat die Möglichkeit, Fleisch direkt beim Erzeuger zu erwerben, beispielsweise bei der Bannmühle in Odernheim am Glan (06755 1053, bannmuehle.de). Auch die Familie Heeger in Breunigweiler (www.hofladen-heeger.de) bietet in der Zeit der Glanrindwochen Zehn-Kilo-Pakete mit Glanrindfleisch an. Die Tiere werden hierfür auf möglichst schonende Weise im eigenen Schlachthaus auf dem Hof geschlachtet.
„Vorwiegend im Glantal und am Donnersberg beheimatet, ist das Glanrind eine traditionelle Hausrindrasse, welche über eine hervorragende Bemuskelung und eine ausgezeichnete Fleischzusammensetzung verfügt“, informiert der Donnersberg-Touristik-Verband. Trotzdem war es in den 1980-er Jahren nahezu ausgestorben. Zum Verhängnis wurde der Nutztierrasse, dass sie als Arbeitstier und zur Fleisch- und Milcherzeugung gleichermaßen gezüchtet wurde.
Nachzucht seit Mitte der 1980er
Nachdem Arbeitstiere in der Landwirtschaft überflüssig und auf Fleisch oder Milch spezialisierten, produktiveren Rinderrassen der Vorzug gegeben wurde, schwand das Interesse am Glanrind. 1972 löste sich der Verband rheinischer Glanviehzüchter auf. Mitte der 80er-Jahre gründete sich der Verein zur Erhaltung und Förderung des Glanrindes, der zur Nachzucht noch wenige reinrassige Kühe entdeckte. Selten ist Glanvieh aber noch immer: Experten schätzen den Gesamtbestand auf etwa 2000 Tiere. Die Glanrindwochen sollen weiter für den Erhalt der heimischen Rasse sensibilisieren.
Weitere Infos unter Telefon 06352 1712 sowie www.donnersberg-touristik.de
Rezepttipp mit Glanrind
Wer gerne Rindfleisch verzehrt, muss gar nicht nach Übersee schielen. Heimisches Glanrind etwa verspricht Qualität und kann mit dem meist klimaschädlich produzierten Pendant aus Südamerika, wo vielerorts Regenwald den Weiden zum Opfer fällt, durchaus mithalten. Glanrindfleisch ist für seinen aromatischen Geschmack, seine feine Faserung und Marmorierung beliebt. So schätzen beispielsweise die TV-Köche Björn Freitag und Frank Buchholz das aromatische Fleisch des Glanrinds, wie sie in ihrer WDR-Sendung „Lecker an Bord“ offenbarten. Allerdings ist, wie Experten wissen, bei der Zubereitung Geduld gefragt: Da Glanrind langsam wächst, ist das Fleisch fester und braucht eine längere Garzeit, um butterzart zu werden. Es eignet sich sehr gut für Schmorgerichte wie Gulasch oder Rinderrouladen oder das folgende Rezept von chefkoch.de:
Klassischer Rinderschmorbraten
Zutaten: 1.5 kg Rindfleisch (Bürgermeisterstück oder falsches Filet), 2 EL Senf, Salz und Pfeffer, etwas Öl zum Braten, 150 ml dunkler Balsamico, 2 Zwiebeln, 1 Schuss Sojasauce, Rinderbrühe oder Wasser, 150 ml Sahne, Speisestärke
Zubereitung: Das Fleisch gut mit Senf bestreichen und in einem Bräter in etwas Öl von allen Seiten gut anbraten. Mit Salz und Pfeffer ordentlich würzen. Dann mit Balsamico ablöschen und einkochen lassen. Die geviertelten Zwiebeln dazugeben. Mit der Sojasauce ablöschen und einkochen lassen. Danach vier bis fünf Mal mit Brühe oder Wasser ablöschen und immer wieder einkochen lassen. Mit so viel Brühe oder Wasser aufgießen, dass das Fleisch bis zur Hälfte bedeckt ist und die Sahne dazugeben. Im auf 140 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen mindestens zwei Stunden auf der mittleren Schiene zugedeckt schmoren. Es ist nicht schlimm, wenn das Fleisch eine halbe Stunde länger im Ofen bleibt. Nach Ende der Garzeit das Fleisch aus dem Topf herausholen und abgedeckt etwa 15 Minuten ruhen lassen. Währenddessen die Sauce etwas einkochen lassen und nach Belieben mit in wenig kaltem Wasser angerührter Speisestärke binden. Fleisch aufschneiden und in der Soße servieren.
Glanrind-Wochen
Eröffnung in Kirchheimbolanden
Am Samstag, 7. März, findet um 18 Uhr die offizielle Eröffnung der Glanrindwochen im Restaurant Orangerie in Kirchheimbolanden mit einem Glanrindmenü statt; Informationen und Reservierung unter Tel. 01714 307331
Teilnehmende Restaurants
Die folgenden Restaurants beteiligen sich an der Aktion mit Glanrind-Spezialitäten auf den Speisekarten bis 22. März:
Gasthaus Kollektur, Hauptstraße 19, Zell im Zellertal, 06355 954540, kollektur.de
Hotel Restaurant Klostermühle, Mühlstraße 19, Münchweiler/Alsenz, 06302 922020, klostermuehle.com
Restaurant Freigeist, Burg Ebernburg, Bad Münster am Stein-Ebernburg, 06708 6416661, restaurant-freigeist.de
Restaurant Orangerie von der Heide – „kreativ mit Herz“, Dr.-Edeltraud-Sießl-Allee 4; Kirchheimbolanden, 0171 4307331, restaurant-orangerie.eatbu.com
Romantikhotel Meisenheimer Hof, Obergasse 33, Meisenheim, 06753 1237780, meisenheimer-hof.de
Toms Näscht’l, Thomas-Nast-Straße 22; Landau, toms-naeschtl.de
Waldhotel Eisenberg, Martin-Luther-Straße 20, Eisenberg, 06351 124703,
Waldhotel Felschbachhof, Ulmet, 06387 9110, felschbachhof.de
Weinhaus Hehner-Kiltz, Hauptstraße 4, Waldböckelheim, 06758 7918,
