Restaurant-Test
Gasthaus Sesel im Hotel Alte Rebschule bei Rhodt unter Rietburg
Das zum Hotel Alte Rebschule gehörende Sandsteinhaus mit der Holzveranda verspricht schon von außen Behaglichkeit. Drinnen setzt sich dieser Eindruck nahtlos fort: Der Gastraum im Sesel, benannt nach einem traditionellen Rebmesser, ist von warmen Farben und Holzmöbeln geprägt und einladend rustikal. Wer es sich an einem Tisch gemütlich gemacht und beim zuvorkommenden Service seine Bestellung aufgegeben hat, wird mit einem Gruß aus der Küche überrascht, der die behagliche Anmutung weiter unterstreicht: Aus einem großen Suppentopf darf jeder Gast schöpfen, bevor er sich die bestellten Spezialitäten schmecken lässt. Schöne Idee!
Auf der Speisekarte finden sich unter dem Motto „Ebbes zu Esse ...“ regionale Klassiker wie Pfälzer Saumagen (23,80 Euro), Schiefer Sack (19,40 Euro) und Pfälzer Teller (23,80 Euro) – alles entsprechend günstiger auch als kleine Portion erhältlich. Spargel in Kräuterpfannkuchen, Forelle, Rumpsteak, Schnitzel und Tafelspitz ergänzen das Angebot. Wir entscheiden uns vorweg für einen Spargelsalat (20,90 Euro), der mit Garnelen, Tomaten, Kräutern und hausgemachtem Dressing ansprechend bunt auf den Tisch kommt und erfrischend wirkt.
Schon jetzt zeigt sich: Was die Küche aus der Masse heraushebt, ist die Qualität: „Bei uns wird noch richtig gekocht: mit frischen Zutaten, nach Möglichkeit regional. Tüten aufreißen gibt es bei uns nicht“, sagt denn auch Küchenchef Jochen Döringer. Der gebürtige Landauer blickt unter anderem auf Stationen in Schuhbeck’s Check Inn und im Hamburger „Parlament“ zurück. Sein Frische-Versprechen erfüllt auch das deftige „Seselbrot“ (20,40 Euro). Mit einem zarten, saftigen Schweinerückensteak und üppiger Käsekruste belegt, ist das rustikale Bauernbrot ebenso köstlich wie sättigend.
Aber auch die Weltoffenheit, macht das Sesel so besonders: Rund 50 Menschen aus zwölf Nationen beschäftigt die Alte Rebschule laut Hotelchefin Sonja Schäfer, darunter Auszubildende aus Kenia. Dank Sous-Chef Thaddeus Kimanthi, der vor 14 Jahren der erste kenianische Azubi des Vier-Sterne-Hauses war, ergänzen afrikanische Spezialitäten das Sesel-Angebot, darunter das pikante kenianische Hühnchencurry „Kuku wa kupaka“ (20,90 Euro) sowie ein veganes Gemüsegericht. Wir sind neugierig auf das Curry – und das cremige Gericht mit einem Hauch Kokos und aromatischer Schärfe zum Basmatireis überzeugt den Gaumen nicht minder.
Kein Wunder, dass das Hotel 2025 mit dem Branchen-Award „Chefs Trophy Ausbildung“ ausgezeichnet wurde. Ausbilder ist wiederum Küchenchef Döringer, der sich über die Verstärkung aus Afrika freut. Qualität, Nachhaltigkeit und regionale Herkunft sind Werte, die das Sesel und seine Azubis teilen. „Und sie lernen neue Rohstoffe kennen, die ihnen aus ihrer Heimat Kenia meist weniger geläufig sind“, sagt Döringer. Von dieser Haltung und dem internationalen Twist profitieren die Gäste gleichermaßen.
Gasthaus Sesel, Theresienstr. 200, Rhodt unter Rietburg, Tel. 06323 70440, info@alte-rebschule.de, geöffnet: Di-Sa 12-14 & 17.30-22 Uhr, So 12-20 Uhr, Infos und Reservierungen: www.alte-rebschule.de