Bis April 2027 Ganz schön toxisch: Ausstellung „Gift“ im Museum Wiesbaden

Wird gerne genutzt, um Pfeile zu vergiften: Dabei will sich der Blaue Baumsteigerfrosch nur vor Fressfeinden schützen.
Wird gerne genutzt, um Pfeile zu vergiften: Dabei will sich der Blaue Baumsteigerfrosch nur vor Fressfeinden schützen.

Schlangen und Spinnen sind’s. Auch manche Pilze. Und selbst ein paar Säugetiere gibt es, die giftig sind. Eine Familienausstellung in Wiesbaden widmet sich „tödlichen Gaben“.

Dass der Grüne Knollenblätterpilz nicht ins Ragout gehört, Tollkirschen ziemlich unbekömmlich sind und es auch nicht ratsam ist, an einem Blauen Baumsteiger zu lutschen, weiß jedes Kind. Doch warum hat die Natur eigentlich so viele ihrer Kreationen mit giftigen Substanzen geimpft?

Eine Sonderausstellung des Museums Wiesbaden, das neben einer großen Kunstsammlung und wunderschönen Jugendstil-Präsentation auch über eine naturhistorische Abteilung verfügt, klärt auf über die „tödlichen Gaben“. Viele Pflanzen und Tiere schützen sich durch Toxine vor Fressfeinden. Das gilt etwa für tropische Regenwald-Amphibien wie den Blauen Baumsteiger, den der Mensch zum Pfeilgiftfrosch umfunktionierte. Andere Tiere nutzen Gift für die Jagd nach Beute: Schlangen natürlich, aber auch der Komodowaran. Giftdrüsen im Unterkiefer der indonesischen Großechse sorgen dafür, dass ihr Biss die Blutgerinnung verringert und einen Schock auslöst.

Sabbernder Komodowaran: Blick in die Ausstellung „Gift“ im Museum Wiesbaden. Auch die große Echse produziert ein giftiges Sekret
Sabbernder Komodowaran: Blick in die Ausstellung »Gift« im Museum Wiesbaden. Auch die große Echse produziert ein giftiges Sekret – über Drüsen im Unterkiefer.

Dass es sogar eine Affenart gibt, die Gift einsetzt – auch das lernt man in dieser Schau: Plumploris, kleine, in Südostasien beheimatete Primaten, vermischen in ihrer Armbeuge ein Drüsensekret mit ihrem Speichel und tragen diese „Tinktur“ dann zum Zwecke der Verteidigung auf ihre Zähne und ihr Fell auf.

Ein weiteres Thema der Ausstellung sind menschgemachte Umweltgifte wie das „Schweinfurter Grün“, das im 19. Jahrhundert gerne als Farbe für Tapeten verwendet wurde, aber leider Arsen enthält, das Lunge und Nerven schädigt. Andere, natürlich vorkommende Gifte werden hingegen, in kontrollierter Dosis, zu medizinischen Zwecken verwendet: zum Beispiel das Digitoxin des Roten Fingerhuts, das bei Herzinsuffizienz eingesetzt wird.

„Gift“ ist als Ausstellung für alle Altersgruppen konzipiert. Durch interaktive Medienstationen, eine Ratebox und eine Rätselwand sollen gerade auch Kinder, etwa ab dem Grundschulalter, angesprochen werden. Familienführungen durch die Schau finden sonntags um 15 Uhr statt. Am 12. Mai startet außerdem eine Reihe mit Expertenvorträgen über Tiergifte, Insektizide, Schadstoffe und Giftpilze.

Hübsch und halluzinogen, aber auch eher von Nachteil für das Leben: Fliegenpilz.
Hübsch und halluzinogen, aber auch eher von Nachteil für das Leben: Fliegenpilz.

Ausstellung

Gift: Tödliche Gaben – bis 4.4.27, Wiesbaden, Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, geöffnet: Di, Mi, Fr-So 10-17 Uhr, Do 10-21 Uhr

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