Polit-Thriller „Der Magier im Kreml“ mit Jude Law und Paul Dano
Was in Russland zählt, ist die Nähe zur Macht. Olivier Assayas Politthriller „Der Magier im Kreml“ zeigt in kühler Inszenierung, wie Politik im Verborgenen funktioniert und führt in die dunklen Korridore der Macht, wo jedes Wort einem Plan dient und den Lauf der Welt verändern kann.
Russland, Anfang der 1990er Jahre: Nach dem Zerfall der Sowjetunion sucht das Land Orientierung. In diesem Umbruch steigt der hochintelligente Vadim Baranow (Paul Dano) auf. Vom Avantgarde-Künstler und TV-Produzenten wird er zum inoffiziellen Berater eines ehemaligen KGB-Agenten, der bald als „Zar“ bekannt sein wird: Wladimir Putin (Jude Law).
Im Zentrum der Macht wird Baranow zum Strippenzieher, formt Reden, Bilder und Narrative eines neuen Russlands. Nur eine Figur entzieht sich seiner Kontrolle: Ksenia (Alicia Vikander). Frei und unabhängig verkörpert sie die Möglichkeit eines anderen Lebens – fern von Einfluss und Manipulation. Ihre Beziehung steht sinnbildlich für das Leben, das er nicht führen kann.
Erst Jahre später beginnt er, aus Distanz auf seine Rolle zurückzublicken, und beginnt auszupacken. – Der Film ist kein klassisches Biopic, sondern ein präzises Psychogramm über Macht, Inszenierung und die Mechanismen politischer Wirklichkeit.
„Der Magier im Kreml“ – F 2025, 146 Minuten, Regie: Olivier Assayas, mit Paul Dano, Jude Law, Alicia Vikander, FSK: ab 12 Jahren