Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Steckt ein Brandstifter hinter den zwei Feuern im früheren Krankenhaus Zweibrücken?

Am Wochenende hat es in dem leeren Gebäude gebrannt: Lange Zeit war dies das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken, danach die um
Am Wochenende hat es in dem leeren Gebäude gebrannt: Lange Zeit war dies das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken, danach die umstrittene Himmelsberg Fachklinik. Ein Rechtsstreit dauert an.

Bei Bränden im leerstehenden Krankenhausgebäude in Zweibrücken hat es am Wochenende zweimal gebrannt. Dabei ist ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.

Die Feuerwehr musste am Wochenende innerhalb weniger Stunden zweimal zum früheren Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken ausrücken. Laut Polizei wurden bei den Löscharbeiten zwei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Am späten Samstagabend ging in der Rettungsleitstelle Landau der erste Alarm ein. Ein Anrufer meldete starke Rauchentwicklung aus dem Krankenhausgebäude an der Oberen Himmelsbergstraße. „Als die ersten Kräfte eintrafen, wurden sie vom Hausmeister über eine massive Rauchentwicklung im ersten Obergeschoss informiert“, sagte Frank Theisinger, Zweibrückens Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, am Sonntagmorgen. Der Hausmeister schaut noch immer regelmäßig nach dem Rechten. Als die Feuerwehr eintraf, um den Brand zu löschen, seien die Flammen bereits weitestgehend selbstständig ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher.

Nur wenig Schlaf bis zum nächsten Einsatz

Die ersten zwei Trupps unter Atemschutz fanden in der ersten Etage dann einen größeren Bereich, der gebrannt hatte. Die Feuerwehr war bis 3.30 Uhr in der Nacht im Einsatz. Die Helfer bekamen nur wenig Schlaf. Bereits um 7.16 Uhr wurden die Wehrleute wieder zu einem „massiven Brand“, so Theisinger, im selben Gebäude gerufen, diesmal im dritten Obergeschoss.

Als die Feuerwehr eintraf, waren die Flammen bereits von selbst erloschen.
Als die Feuerwehr eintraf, waren die Flammen bereits von selbst erloschen.

Gegen 8 Uhr am Sonntagmorgen stand er nach dem nächtlichen Einsatz zum zweiten Mal vor dem ehemaligen Krankenhaus und koordinierte den Einsatz, bei dem insgesamt „acht Trupps mit Pressluftatmern“ eingesetzt worden seien. Schon in der Nacht zu Samstag hatte die Feuerwehr eigenen Angaben nach kein leichtes Spiel gehabt. Im ersten Stock des Gebäudes hatten sich große Rauchmengen gebildet, die die Zweibrücker Feuerwehr mit ihren eigenen vier Lüftern nicht aus dem Gebäude herausbekam. Die Werkfeuerwehr der Firma Bosch aus Homburg unterstützte die Arbeiten mit einem Großlüfter, der die Rauchmassen schließlich vertrieb.

Warum Theisinger Brandstiftung für wahrscheinlich hält

In den Zimmern sollen teilweise alte Liegen und andere medizinische Produkte gestanden haben. Laut Theisinger ist Brandstiftung wahrscheinlich, da sich die Brände an jeweils unterschiedlichen Stockwerken ereigneten, zudem sei das Gebäude stromlos und somit Selbstentzündung nahezu unmöglich. Die Flammen hatten den ersten und zweiten Stock demnach vollständig zerstört. Auch die darüberliegenden Etagen seien durch den Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden, so ein Polizeisprecher.

Allein den Schaden, der in der Nacht beim ersten Brand entstanden ist, schätzt Theisinger auf eine halbe Million Euro. Der Gesamtschaden liegt in Millionenhöhe. Die Polizei schätzt ihn auf eine „nicht näher bekannte siebenstellige Summe“. Die Lösch- und Aufräumarbeiten dauerten am Sonntag an. Die Polizei ermittelt. Nach Informationen dieser Zeitung hat die Polizei bereits einen Tatverdächtigen im Visier. Offiziell wollte die Polizei weder dies noch den Verdacht Brandstiftung bestätigen. Vor Ort war auch Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD), der sich ein Bild der Lage machte.

Das Evangelische Krankenhaus wurde vom damaligen Träger, dem Landesverein für Innere Mission in der Pfalz, zum 30. September 2016 geschlossen. Nach Jahren des Leerstands kaufte die Firma Helexier 2020 das Gebäude und eröffnete eine umstrittene „Himmelsberg Fachklinik“, die sich so allerdings nicht nennen durfte.

Rechtsstreit um Verkauf an Investorengruppe läuft

Während der Corona-Pandemie bot Helexier dort auch Coronatests an. Wegen ausstehender Zahlungen stand das Gebäude schließlich im Januar 2024 zur Versteigerung. Eine Investorengruppe aus Bonn, die R.G. GmbH, erhielt im März 2025 für 511.000 Euro den Zuschlag.

Nach rechtlichen Beschwerden gegen den Verkauf bestätigte das Landgericht Zweibrücken im September zwar die Rechtmäßigkeit der Versteigerung, doch der Beschwerdeführer rief den Bundesgerichtshof in Karlsruhe an. Dort liegt das schwebende Verfahren noch, bestätigte OB Wosnitza am Sonntag. Man rechne mit weiteren Monaten Verfahrensdauer.

x