Fahrrad
Start in die Fahrradsaison: Was neu ist und was bleibt
Weg vom Einheitsrad, hin zu Angeboten, die genau auf die Bedürfnisse von Alltag, Freizeit und Transport zugeschnitten sind. Diese Fahrradtrends setzen sich 2026 durch, das geht aus aktuellen Einschätzungen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) hervor. „Kinderfahrräder haben sich im vergangenen Jahr recht gut entwickelt und machen knapp sieben Prozent der verkauften Fahrräder aus“, sagt Katharina Hinse, Leiterin Wirtschaftspolitik beim ZIV. Gefragt sind demnach vor allem leichte, kindgerechte Modelle mit attraktivem Design.
Im letzten Jahr war auch in der Pfalz ein Trend zu Gravelbikes zu beobachten, der ZIV sieht diese Entwicklung in ganz Deutschland. „Das liegt auch an den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten“, so Hinse über die Räder, die eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike sind und sich sowohl für Straßen als auch für unbefestigte Wege eignen. Sie machen laut Verband knapp zehn Prozent der Verkäufe aus. Der ZIV schätzt, dass die Nachfrage nach Gravelbikes stabil bleibt, geht allerdings nicht von weiteren großen Wachstumssprüngen aus. Was es ebenfalls auf dem Markt gibt, aber bisher kaum eine Rolle spielt, sind übrigens E-Gravelbikes.
ATB: Robust, komfortabel und zuverlässig
Wer abseits der Straßen unterwegs ist, greift auch gerne zu All-Terrain-Bikes (ATB). „Mit einem ATB kann man bei uns gut und einfach durch die Dörfer fahren“, sagt Claudia Reetz von Fischer Bike in Landau. Einige ihrer Kunden könnten dank dieses Allrounders sogar das Auto abschaffen. „Mit den Rädern ist man von Fest zu Fest unterwegs. Mit einem ATB kann man auch mal ein Stück über die Wiese oder einen Feldweg fahren“, erklärt Reetz.
Die Räder sind robust, komfortabel und zuverlässig: Federgabeln, hydraulische Scheibenbremsen und Kettenschaltungen sorgen für Sicherheit. Dazu kommen oft starke Mittelmotoren und Akkus mit Reichweiten von bis zu 170 Kilometern. „Die Modelle verbinden Alltagstauglichkeit mit Geländeeigenschaften. Gerade in hügeligen Regionen oder auf Waldwegen sind sie ideal“, sagt Reetz. Auch das klassische Citybike sei bei Fischer nachgefragt, allerdings eher von Kunden, die in Städten wie Landau leben.
Lastenräder weiterhin beliebt
Schon seit Jahren im Trend sind Lastenfahrräder, die immer stärker auf die individuellen Wünsche der Kundschaft zugeschnitten werden, wie Björn Bergfeld von Cargo Bikes in Landau beobachtet: „Früher waren Lastenräder eher etwas für Familien, heute sehen wir eine breite Nachfrage quer durch alle Altersgruppen.“ Pendler transportieren ihr Büroequipment, Senioren erledigen ihre Einkäufe – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.
Während die Technik laut Bergfelds Einschätzung bereits sehr ausgereift ist, verändert sich in dieser Saison das Design der Lastenräder. Neue Rahmenformen und Farben kommen auf, vor allem werden die Räder kompakter. Außerdem werden zusätzliche Lichter und Blinker verbaut: „Gerade bei uns im ländlichen Raum, wenn man nach einem Fest durch die Weinberge heimradelt – oder in der dunklen Jahreszeit – will man besser gesehen werden“, nennt der Geschäftsinhaber als Beispiel für die stärkere Individualisierung. Auch der Transport von Kindern und Tieren, klappbare Faltkörbe oder kurze Radstände, sodass das Gefährt auf einen Autoträger passt, spielten eine Rolle. „Ein Lastenrad ist eine hochindividuelle Sache“, verdeutlicht er. Und es werde für immer mehr Menschen zu einer echten Alternative zum Auto.
